Heute vor 42 Jahren: AKW-Bauplatzbesetzung in Wyhl

Heute vor genau 42 Jahren, am 18. Februar 1975, besetzten badische und elsässische Kernkraftgegner den Bauplatz des geplanten Kernkraftwerks im Wyhler Wald. Frauen, Kinder und Männer stellten sich vor die Baumaschinen und brachten diese zum Stillstand, um ihre bedrohte Heimat zu schützen.

Eine erste Räumung durch die Polizei folgte am 20. Februar. Ein großes Aufgebot räumte das Gelände im Wald, wo die untergehakt singenden Besetzer entfernt wurden. Weiterlesen Heute vor 42 Jahren: AKW-Bauplatzbesetzung in Wyhl

10. Atommüllkonferenz

Am 25. Februar findet die 10. Atommüllkonferenz in Göttingen statt. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Auswirkungen der Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung, die Fortsetzung der Diskussionen über Zwischenlager für hoch radioaktive Abfälle und die Auseinandersetzung mit dem Nationalen Begleitgremium zusammen mit der Vorstellung von Ideen für Gegenstrukturen und Aktionen.

Die neue Arbeitsgruppe „Freimessen“ startet mit Informationsaustausch, Koordinierung und Hilfestellung bei rechtlichen Fragen. Die Planungen zum Projekt Atommüllreport werden fortgesetzt.

Die Gäste Mako und Ken Oshidori aus Japan werden in einem kurzen Bericht Aktuelles zu Fukushima und zur Sammelklage gegen TEPCO vortragen. Eine Dolmetscherin und ein Dolmetscher werden über die Dauer der Konferenz vor Ort sein und einen Austausch ermöglichen.

Weitere Informationen zur Konferenz hier: 10. Atommüllkonferenz

Bild: Versuchsatomkraftwerk Lucens (c) Josef Schmid / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0

Heute vor 48 Jahren: Vorfall im Versuchsreaktor Lucens, Schweiz

Durch eine Überhitzung von Brennelementen kommt es am 21. Januar 1969 im Versuchsatomkraftwerk Lucens in der Schweiz zu einer partiellen
Kernschmelze. Schweres Wasser und geschmolzenes, radioaktives Material werden durch die Reaktorkaverne geschleudert.Der Atomunfall in Lucens ist einer der wenigen Vorfälle dieses Ausmaßes, der recht glimpflich ausgeht.
Die Betreiber versichern zwar, dass Personen in und um den Reaktor angeblich keiner unzulässigen Strahlendosis ausgesetzt werden, aber der Unfall ist dennoch nicht zu unterschätzen, denn in der Umgebung ist ein Anstieg der Radioaktivität festzustellen.

Auch hier wird das Risiko wieder deutlich: Eine falsche Reaktion, ein übermüdeter Mitarbeiter mehr und der Zwischenfall hätte noch deutlich gravierendere Folgen gehabt.

Bild: Kraftwerkspanorama (c) Michael Kauffmann / commons.wikimedia.org, CC BY 2.0 DE

Heute vor 7 Jahren: Störfall im AKW Philippsburg 2

Am 19. Januar 2010 gab es einen Störfall im AKW Philippsburg 2, der meldepflichtig gewesen wäre und erst durch anonyme Schreiben bekannt wurde.

Bei einer Freischaltung wurden Amaturen von der Stromzufuhr getrennt und die Notfallkühlung des Atomreaktores durch Wärmeeinleitung in den Rhein war nicht mehr möglich. In Folge dessen war nur noch für eine Stunde eine nicht auslegungsgemäße Notkühlung über das Speichervolumen des Notspeisebecken vorhanden. „Bei Anforderung hätte sie sich aufgeheizt und wäre nach kurzer Zeit komplett ausgefallen.“
Die Auslegung des AKWs besagt, dass die Notfallkühlung automatisch ohne Handgriff stattfinden muss. Das war zu diesem Zeitpunkt drei Tage lang nicht möglich.

Quelle: Adamek, Sascha: Die Atomlüge. Getäuscht, Vertuscht, Verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München: Wilhelm Heyne Verlag 2011.

Bild: Rückbau des Reaktors in Idaho Falls, United States Department of Energy / commons.wikimedia.org

Heute vor 56 Jahren: Atomunfall in Idaho Falls

Es läuft eine gewaltige Dampfexplosion ab, die den gesamten Kessel um ca. drei Meter nach oben schleudert. Das Geschoss stößt an die Reaktordecke und drückt auf einen Steuerstab.

Da sich die Überwachungsräume direkt über dem Reaktor befinden, sind die Auswirkungen dort am größten. Drei Männer, die zur Zeit der Explosion mit den Wartungsarbeiten betraut sind, sterben bei dem Vorfall. Einer der Arbeiter wird von dem herausschnellenden Steuerstab durchbohrt und gegen die Decke gedrückt. Die anderen beiden Personen werden durch umherfliegende Splitter der geborstenen Gegenstände, den hohen Druck und akute Strahlenkrankheit getötet. Weiterlesen Heute vor 56 Jahren: Atomunfall in Idaho Falls

Heute vor 29 Jahren: Entzug der Transportgenehmigung im Nukem Skandal

Das Unternehmen Nukem und deren Tochtergesellschaft Transnuklear GmbH wurden im März 1987 in einen Atomlagerungsskandal verwickelt.

Dabei stellte sich heraus, dass die Tochtergesellschaft illegale Praktiken beim Transport und der Deklaration radioaktiven Abfalls getätigt hatte. Die Enthüllungen bekamen rasch eine große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Dabei spielten auch illegale Einfuhren und Bestechungsgelder eine Rolle, sodass die Behörden schließlich zum Eingreifen gezwungen wurden. Weiterlesen Heute vor 29 Jahren: Entzug der Transportgenehmigung im Nukem Skandal

Bild: Kernkraftwerk Brunsbüttel – Landseite (c) Steffen Papenbroock, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 15 Jahren: Wasserstoffexplosion im Reaktor Brunsbüttel

Am 14. Dezember 2001 ereignete sich der wohl schwerste Störfall in einem deutschen Kernkraftwerk (INES Stufe 1).

Im Kernkraftwerk Brunsbüttel (KKB) kam es zu einer Kühlmittelfreisetzung innerhalb des Sicherheitsbehälters (SHB). Die Freisetzung fand aufgrund einer vorangegangen Knallgasexplosion statt, die wenige Meter vom Reaktordruckbehälter (RDB) entfernt eine Rohrleitung platzen lies. Durch ein unbeschädigtes Absperrventil konnte das Leck nach vier Minuten abgedichtet werden. Gravierend war nicht die Explosion, sondern dass diese in der Nähe des RDBs stattfand. Weiterlesen Heute vor 15 Jahren: Wasserstoffexplosion im Reaktor Brunsbüttel

Heute vor 64 Jahren: Vorfall in Chalk River, der erste große Reaktorunfall

Der erste größere Unfall in einem Kernreaktor ereignet sich in den Chalk River Laboratories in Ontario, Kanada.

Durch menschliches Versagen kommt es im Reaktorkern zu einer partiellen Kernschmelze, welche  wiederum zu einer Knallgasexplosion führt. Durch die Explosion werden mindestens 100 TBq an Spaltprodukten freigesetzt. Um eine Kontamination des nahegelegenen Ottawa Rivers zu verhindern, werden vier Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Wasser in eine sandige Sickergrube gepumpt. Dieser Vorfall wird auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) mit 5 bewertet.

Bild: Warning sign at entry to Hanford Site, Washington (c) en:User:TobinFricke, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 67 Jahren: Experiment Green Run

Im Zuge des Experiments „Green Run“ wird am 2. Dezember 1949 auf dem Gelände des militärischen Nuklearkomplexes Hanford Site in den USA eine radioaktive Wolke ausgestoßen.

Für den Ablauf des Versuchs verkürzen die Forscher die Abklingzeit des Urans von den normalerweise veranschlagten ca. 100 Tagen auf 16 Tage.

Dadurch wird das bei der Zersetzung entstehende, radioaktive Gas Jod-131 in großen Mengen ausgestoßen. Die Freisetzung ist durchaus beabsichtigt, denn die  Techniker wollen Messungen zur Stärke der Radioaktivität durchführen.

Jod-131 hat zwar eine sehr geringe Halbwertszeit von 8 Tagen und ist deswegen in der Luft recht schnell unschädlich, kann aber in Bodennähe Vegetation, Tiere und natürlich auch Menschen belasten. Bodenproben in der Umgebung des Geländes weisen zum Zeitpunkt des Versuchs eine Belastung von mehreren zehntausend Becquerel auf.

Zwar wird der Verlauf des Experiments genau dokumentiert, die Informationen werden aber geheim gehalten und gelangen erst Jahre später an die Öffentlichkeit.

Mehr Informationen finden sich hier.

US AEC SL-1 nach dem Unfall

Heute vor 61 Jahren: Kernschmelze in Idaho Falls

In Idaho Falls, in den USA, kommt es am 29. November 1955 im Forschungsreaktor EBR-I zu einer partiellen Kernschmelze.

Durch einen Test, der eine schnellere Leistungssteigerung ermöglichen soll, schmilzt der Reaktorkern aus angereichertem Uran und einem geringen Anteil an Zirconium. Der Vorgang bewirkt, dass dabei das Kühlmittel NaK verdunstet und schmelzender Brennstoff in die Röhren des Kühlsystems gelangt, was wiederum zur Unterschreitung der Kritikalität führt.

Als Folge davon schaltet sich der Reaktor selbst ab. Auf der INES-Skala wird dieser Vorfall mit 4 bewertet.