Bild: Warning sign at entry to Hanford Site, Washington (c) en:User:TobinFricke, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 67 Jahren: Experiment Green Run

Im Zuge des Experiments „Green Run“ wird am 2. Dezember 1949 auf dem Gelände des militärischen Nuklearkomplexes Hanford Site in den USA eine radioaktive Wolke ausgestoßen.

Für den Ablauf des Versuchs verkürzen die Forscher die Abklingzeit des Urans von den normalerweise veranschlagten ca. 100 Tagen auf 16 Tage.

Dadurch wird das bei der Zersetzung entstehende, radioaktive Gas Jod-131 in großen Mengen ausgestoßen. Die Freisetzung ist durchaus beabsichtigt, denn die  Techniker wollen Messungen zur Stärke der Radioaktivität durchführen.

Jod-131 hat zwar eine sehr geringe Halbwertszeit von 8 Tagen und ist deswegen in der Luft recht schnell unschädlich, kann aber in Bodennähe Vegetation, Tiere und natürlich auch Menschen belasten. Bodenproben in der Umgebung des Geländes weisen zum Zeitpunkt des Versuchs eine Belastung von mehreren zehntausend Becquerel auf.

Zwar wird der Verlauf des Experiments genau dokumentiert, die Informationen werden aber geheim gehalten und gelangen erst Jahre später an die Öffentlichkeit.

Mehr Informationen finden sich hier.

US AEC SL-1 nach dem Unfall

Heute vor 61 Jahren: Kernschmelze in Idaho Falls

In Idaho Falls, in den USA, kommt es am 29. November 1955 im Forschungsreaktor EBR-I zu einer partiellen Kernschmelze.

Durch einen Test, der eine schnellere Leistungssteigerung ermöglichen soll, schmilzt der Reaktorkern aus angereichertem Uran und einem geringen Anteil an Zirconium. Der Vorgang bewirkt, dass dabei das Kühlmittel NaK verdunstet und schmelzender Brennstoff in die Röhren des Kühlsystems gelangt, was wiederum zur Unterschreitung der Kritikalität führt.

Als Folge davon schaltet sich der Reaktor selbst ab. Auf der INES-Skala wird dieser Vorfall mit 4 bewertet.

Bild: Das AKW Zwentendorf (c) Werner Hölzl / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 38 Jahren: Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf

Österreich ist weltweit das einzige Land, das aus der Atomenergie ausgestiegen ist, bevor es überhaupt mit ihr angefangen hat.

Die europaweite „Atomeuphorie“ herrschte nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch in Österreich. So wurde 1956 der erste Forschungsreaktor in Seibersdorf (Niederösterreich) in Betrieb genommen und ein Jahr später fand die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) ihren Sitz in Wien. Weiterlesen Heute vor 38 Jahren: Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf

Heute vor 59 Jahren: Brand in der Plutoniumfabrik Windscale

Ein Brand in einem der beiden Reaktoren des Windscale Kraftwerks in Großbritannien, die zur Plutoniumherstellung für Atomwaffen dienen sorgt dafür, dass Radioaktivität ungehindert in die Umgebung austreten kann. Durch die riskante Löschung des Reaktors mit Wasser gelangen große Mengen radioaktiver Gase in die Atmosphäre, darunter Iod, Krypton und Xenon. Zum Schutz der Bevölkerung wird in den Tagen nach dem Brand, in einem Gebiet von 500 qm um den Reaktor, die gesamte produzierte Milch ins Meer entsorgt. Aufgrund des Brandes und einiger vorangegangener Störfälle wird der Nuklearkomplex in „Sellafield“ umbenannt.
Zur Abschaltung kommt es 1981. Der Vorfall wird auf der INES-Skala mit 5 bewertet.
Bild: Atommüll-Fässer (c) Janos Korom Dr. / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 2.0

Heute ist: „Tag des Katastrophenschutzes“

Seit 1989 gibt es den von der UN etablierten „Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung“ als Gedenktag. Er soll dabei als Vermittler zur Förderung einer globalen Kultur zur Verminderung vor allem von Naturkatastrophen dienen.

Zunehmend haben solche Naturkatastrophen jedoch menschliche Ursachen – meist durch den menschenbedingten Klimawandel. Doch es gibt auch Katastrophen, die ganz unmittelbar von uns verursacht wurden, wie es zum Beispiel die lange Geschichte nuklearer Zwischenfälle und Katastrophen belegt. Weiterlesen Heute ist: „Tag des Katastrophenschutzes“

Heute ist: „Welttierschutztag“ – auch Tiere werden Opfer!

Unter den Folgen der Atomindustrie leiden nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. Das fängt im Uranbergbau an, der in Kanada, Niger, Namibia und anderswo ganze Populationen vernichtet oder vertreibt und setzt sich in großem Ausmaß immer da fort, wo es zu Havarien kommt.

Meist stehen dann die Gefahren für Menschen im Vordergrund. Doch die Tierwelt leidet ebenfalls, weitgehend von der Öffentlichkeit unbeachtet. Grund genug, heute am Welttierschutztag zum Beispiel einmal den Blick auf die getöteten Tiere von Fukushima zu werfen. Weiterlesen Heute ist: „Welttierschutztag“ – auch Tiere werden Opfer!

Heute vor 17 Jahren: Atomunfall in der Wiederaufbereitungsanlage von Tokai-mura

Am 30. September 1999 wurden bei einem Unfall in der japanischen Wiederaufbereitungsanlage Tokai-mura 667 Menschen verstrahlt, zwei von ihnen starben innerhalb kürzester Zeit an den Folgen der radioaktiven Belastung.

In der Anlage wurde Mischoxid-Brennstoff für den Brüter in Joyo (Japan) hergestellt. An diesem Tag füllten die Arbeiter jedoch anstatt der erlaubten 2,4 Kilogramm die siebenfache Menge an Uran in den Präzipitationsbehälter. Weiterlesen Heute vor 17 Jahren: Atomunfall in der Wiederaufbereitungsanlage von Tokai-mura

Bild: Kontaminierte Osturalspur (c) Jan Rieke / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 59 Jahren: Katastrophe bei Kyschtym

Am 29. September 1957 ereignete sich der drittschwerste AKW-Unfall der Geschichte – nach Tschernobyl und Fukushima – in Kajak. Er wurde mit INES 6 eingestuft.

Die kerntechnische Anlage Kajak liegt im Südural, 15 Kilometer östlich der Kleinstadt Kyschtym. Sie war als erste sowjetische Produktionsstätte für spaltbares Material eine der wichtigsten Anlagen der ehemaligen Sowjetunion. Das Gelände der Anlage umfasste knapp 90 Quadratkilometer. Weiterlesen Heute vor 59 Jahren: Katastrophe bei Kyschtym

Heute vor 34 Jahren: Die Katastrophe vor der Katastrophe

Heute vor 34 Jahren gab es den ersten Störfall in Tschernobyl. Untrennbar ist der Begriff „Tschernobyl“ in unseren Köpfen mit der schweren, atomaren Katastrophe, die sich 1986 in dem Kernkraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Prypjat ereignete, verknüpft. Viele erinnern sich noch deutlich an die Schreckensbilder, die Tage, Monate und Jahre nach dem Super-GAU veröffentlicht wurden. Detonierte Gebäude, Arbeiter in dicken Schutzanzügen und am schlimmsten: aufgrund der Strahlung missgebildete Kinder. Was oft nicht bekannt ist: Bereits 1982, also rund vier Jahre vor der eigentlichen Katastrophe, kam es im Kernkraftwerk Tschernobyl zu einem gravierenden Störfall. Menschliches Versagen führte im ersten Reaktorblock zu einer Überhitzung. Dadurch wurden radioaktive Gase freigesetzt. Mehrere Arbeiter, die im Zuge der Reparaturarbeiten am Reaktor beschäftigt waren, wurden hohen Strahlendosen ausgesetzt und auch in Prypjat konnte erhöhte Radioaktivität gemessen werden. Ein besorgniserregender Zwischenfall, der auf der INES-Skala mit 5 bewertet, also als ernster Unfall eingestuft wurde. Im Nachhinein jedoch wirkt der Vorfall wie ein aberwitziger Bote für die eigentliche Katastrophe …

Bild: Tschernobyl Reaktor (c) wikimedia, Carl Montgomery

Heute vor 71 Jahren: Der erste Tote des Atomwahns

_Daghlian_Junior_Quelle_Wikimedia
Harry K. Daghlian Junior (bearbeitet von Quoth / Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Heute vor 71 Jahren verursachte der US-amerikanische Physiker Harry K. Daghlian Junior beim Hantieren mit radioaktivem Material einen Zwischenfall, der ihn das Leben kosten sollte. Er gilt als erstes Opfer eines Nuklearunfalls. Daghlian begann nach seinem Studium 1944 für das Manhattan Projekt – die Entwicklung der Atombombe – zu arbeiten. Zunächst arbeitete er für die Water Boiler Group, später für die Critical Assembly Group in Los Alamos, die von Otto Frisch geleitet wurde. Er arbeitete unter anderem am Zusammenbau des Kerns für den Trinity-Test, der am 16. Juli 1945 stattfand. Weiterlesen Heute vor 71 Jahren: Der erste Tote des Atomwahns