AKW Mihama

Heute vor 13 Jahren: Störfall im AKW Mihama

Am 09. August 2004 kam es im japanischen AKW Mihama (rund 320 Kilometer nordwestlich von Tokio) zu einem folgenschweren Störfall.

Der Vorfall ereignete sich im Gehäuse der mit Dampf angetriebenen Turbinen. Durch ein circa 50 Zentimeter großes Leck im Zufuhrrohr entwich 140 °C heißer Wasserdampf. Mehrere anwesende Mitarbeiter im Turbinengehäuse waren unmittelbar betroffen – vier Angestellte erlagen ihren schweren Verbrennungen, sieben weitere wurden verletzt. Weiterlesen Heute vor 13 Jahren: Störfall im AKW Mihama

Block 1 und 2 des AKW Forsmark

Heute vor 11 Jahren: Störfall im AKW Forsmark

Am 25. Juli 2006 kam es im Kernkraftwerk Forsmark (Provinz Uppland, Schweden) zu einem Störfall. Durch einen Kurzschluss, der von Wartungsarbeiten an einem nahe gelegenen Stellwerk verursacht wurde, kam es zur zeitweiligen Abtrennung des Reaktors Forsmark-1 vom Stromnetz. Vier der acht Kühlwasserpumpen fielen aus und nur zwei der vier Dieselgeneratoren konnten in Betrieb genommen werden. Durch das teilweise Versagen der Anlagensteuerung, verloren die Mitarbeiter für 22 Minuten den Überblick. Weiterlesen Heute vor 11 Jahren: Störfall im AKW Forsmark

Links: KKP 1 und Rechts: KKP 2

Heute vor 7 Jahren: Leckage im AKW Philippsburg

Ein verkanteter Abdichtstopfen in einer Rohrleitung löste am 17. Juni 2010 eine Leckage im AKW Philippsburg aus und führte zu einer Leerung des Brennelementbeckens.

Erst nach einer Stunde konnte das Leck abgedichtet werden. In dieser Zeit flossen knapp 270.000 Liter Reaktorwasser aus dem Becken in den Reaktorrumpf. Zusätzlich gelangten 10.000 Liter über offene Entwässerungsleitungen aus dem Behälter. Bei einem weiteren Füllstandsabfall von nur sechs Zentimetern wären die Brennelemente freigelegt worden und die komplette Kühlung des Beckens ausgefallen. Weiterlesen Heute vor 7 Jahren: Leckage im AKW Philippsburg

Heute vor 37 Jahren: Räumung der Republik Freies Wendland

Am 4. Juni 1980, 33 Tage nach der Gründung, wurde das Hüttendorf „Republik Freies Wendland gegen Atomwirtschaft und Polizeiwillkür“geräumt.
Am 3. Mai 1980 hatten Initiativen der Anti-Atom-Bewegung die freie Republik ausgerufen. Sie errichteten zwischen den Ortschaften Trebel und Gorleben ein Dorf aus Holz, Lehm und Feldsteinen. Die Baumaterialien spendeten Bauern aus der Umgebung.

Das Dorf bot mehr als 1000 Bewohnern Platz und hatte mit Badehaus, Mülldeponie, Krankenstation, Friseur, Schwitzhütte, Gewächshäusern, einem Brunnen, einer Solarthermie-Anlage und sogar einem eigenen Radiosender eine beeindruckende Infrastruktur. Die Republik war basisdemokratisch organisiert und als Zeichen des Protests gegen die Politik der Bundesrepublik Deutschland konnte jeder Einwohner einen eigenen Pass der Freien Republik Wendland erwerben.

Die Errichtung der „Republik Freies Wendland“ war eine Reaktion auf die Bohrungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, die den Salzstock bei Gorleben seit 1979 auf seine Eignung als Endlager für atomare Abfälle untersuchten.

Die Räumung führten die niedersächsische Polizei und der Bundesgrenzschutz auf Anordnung der damaligen Bundesregierung (unter Kanzler Helmut Schmidt) mit 3.500 Polizeibeamten durch, live kommentiert durch das Radio Freies Wendland.

Die Republik Freies Wendland bleibt ein Symbol des Protests gegen Gorleben und der gesamten Anti-AKW-Bewegung. Viele der dort begonnenen Debatten rund um den Salzstock als Endlager beschäftigen die Endlagerkommission bis heute.

Bild: Wappen der Republik Freies Wendland (c) wikimedia, fatelessfear

AKW Philippsburg

Heute vor 8 Jahren: Störfall im AKW Philippsburg

Am 12. Mai 2009 wurde der Sicherheitsbehälter im Reaktorgebäude des AKWs Philippsburg regelwidrig offen gelassen. Diese Armaturen sind so genannte „Gebäudeabschlussarmaturen“ von höchster Sicherheitskategorie. Im Störfall sollen sie dafür sorgen, dass der Austritt von Radioaktivität aus dem Behälter vermindert wird. Da die Armaturen an diesem Tag freigeschaltet wurden, war das Schließen jedoch nicht möglich und die Dichtheit nicht mehr gewährleistet.

Der Fehler wurde erst nach zwölf Stunden bemerkt und hätte gemeldet werden müssen, denn bei einem Störfall wäre die Situation unter Umständen außer Kontrolle geraten.

Quelle: Adamek, Sascha: Die Atomlüge. Getäuscht, Vertuscht, Verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München: Wilhelm Heyne Verlag 2011.

Bild: AKW Philippsburg (c) wikimedia, Lothar Neumann

Bild: Luftbild Kernkraftwerk Gundremmingen (c) Myratz, / commons.wikimedia.org, CC BY 3.0 DE

AKW Gundremmingen: Warnung vor Brennelementeschäden

Aktuelle Recherchen der Ulmer Ärzteinitiative/IPPNW, des Physikers Reiner Szepan und des Kernphysikers und Europaabgeordneten, Prof. Dr. Klaus Buchner, ergaben, dass die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) bereits 2013 vor ernsthaften Brennelementeschäden bei Ausfällen der Hauptwärmesenke im Atomkraftwerk Gundremmingen gewarnt hatte.

Anlässlich der vor Jahren geplanten Leistungserhöhung des Atomkraftwerks Gundremmingen B/C hatte die GRS auf die Gefahr von Brennelementeschäden bei Ereignissen mit „Ausfall der Hauptwärmesenke“ (HWS) hingewiesen. In einer „Dokumentation“ interner Diskussionen mit dem TÜV Süd und der Aufsichtsbehörde vom 14. November 2013 hatte die GRS relevante „Auffassungsunterschiede zwischen dem TÜV Süd und der GRS“ beschrieben. Dabei ging es um das Risiko unzulässiger Belastungen der Brennstab-Hüllrohre und um die Frage der „Weiterverwendbarkeit des Reaktorkerns“ bei Ereignissen mit Ausfall der Hauptwärmesenke.

Nur einen Monat später, am 17. Dezember 2013 erklärte die Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (RWE/E.On), sie habe den 2001 gestellten Antrag auf Leistungserhöhung zurückgezogen. Der Betreiber erklärte in seiner damaligen Presseinformation: „Sicherheitsaspekte spielten dabei keine Rolle …“ Die sicherheitstechnischen Diskussionen hinter den Kulissen wurden der Öffentlichkeit verschwiegen.

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Heute vor 31 Jahren: Störfall im Kernkraftwerk THTR-300

Am 4. Mai 1986 ist bei einem Störfall im Kernkraftwerk THTR-300 nahe der Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen eine Menge an Edelgasen und radioaktiven Aerosolen freigesetzt worden. Nachdem zum gleichen Zeitpunkt die Katastrophe von Tschernobyl war, herrschte in der Umgebung erhöhte Radioaktivität. Dieser Anstieg wurde anfangs nicht in Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk gebracht, da auch die Betreiber in einem Eilbrief die Unstimmigkeiten abstritten. Weiterlesen Heute vor 31 Jahren: Störfall im Kernkraftwerk THTR-300

Weltkarte der Pressefreiheit 2017 | Quelle: Reporter ohne Grenzen

Kurze Bilanz zum Internationalen Tag der Pressefreiheit

Heute ist der World Press Freedom Day. Seit 1994 wird jährlich am 3. Mai auf Verletzungen der Pressefreiheit sowie auf die grundlegende Bedeutung freier Berichterstattung für die Existenz von Demokratien aufmerksam gemacht.

Auch im vergangenen Jahr wurden weltweit wieder Journalisten für ihre Arbeit beschimpft, verfolgt oder gar mit dem Tode bedroht.

Wir leben in einem Land, das im internationalen Vergleich relativ gut dasteht. Deutschland findet sich auf Platz 15 der „Rangliste der Pressefreiheit“ wieder. Doch auch bei uns gerät unabhängiger, kritischer Journalismus zunehmend unter Druck. Die Bundesgeschäftsführerin meiner Gewerkschaft, der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), Cornelia Haß hat heute dazu erklärt:

„Es gilt, die Pressefreiheit nicht nur in Sonntagsreden zu beschwören, sondern tatsächlich zu stärken. Da lassen es Politik, aber auch Verlage und Rundfunkanstalten an Tatkraft mangeln. … Zudem steigt die Zahl der Versuche etwa aus der Wirtschaft, mit juristischen Angriffen kritische Berichterstattung bereits im Vorfeld zu unterbinden. Grade freie Kolleginnen und Kollegen geraten dadurch in existentielle Schwierigkeiten und kritischer Journalismus wird untergraben.“

Ergänzend dazu eine kurze Bilanz des AntiAtomBlog: Im vergangenen Jahr erschienen hier 55 Beiträge. Bei den Recherchen dafür kam es in 12 Fällen zu Behinderungen oder Drohungen. In 8 Fällen wurde eine nachträgliche Zensur von Beiträgen verlangt bzw. mit juristischen Drohungen (Anzeige, Unterlassungserklärung, Gegendarstellung) gearbeitet.

Nachträglich zensiert wurde keiner der Artikel.

Die Leserinnen und Leser dieses Blogs lade ich dazu ein, ganz bewußt am heutigen Tag eine Spende an Reporter ohne Grenzen e.V. zu tätigen – die Organisation unterstützt weltweit Journalisten, die bedroht oder verfolgt werden:

Reporter ohne Grenzen e.V.
Berliner Volksbank
IBAN: DE26100900005667777080
BIC: BEVODEBB

Nationales Begleitgremium spricht über Politik, aber nicht mit den Bürgern

Auch auf seiner fünften Sitzung hat das Nationale Begleitgremium zur Endlagersuche wieder zahlreiche Themen diskutiert. So beschäftigte es sich laut Bericht auf der eigenen Webseite (www.nationales-begleitgremium.de) u.a.  mit dem Export radioaktiver Abfälle aus Forschungsreaktoren, der mit dem neuen Standortauswahlgesetz geschaffenen Möglichkeit von Empfehlungen an den Bundestag, dem Forschungsreaktor Garching (FRM II), der Situation in den Zwischenlagern und in Gorleben, sowie der Kommunikation mit der Bundesgesellschaft für Endlagerung und dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit. Auch machte das NBG diverse Reisepläne (Garching, Asse).

Die Kernaufgabe des Nationalen Begleitgremium – die Sicherstellung umfassender Partizipation im Endlagersuchverfahren – war, zumindest laut Eigenbericht des NBG, erneut kein Thema.

Der dringend benötigte Partizipationsbeauftragte wurde auch in der 5. Sitzung nicht benannt, auch kein Verfahren zur Benennung geklärt. Eine Befassung mit den umfassenden Empfehlungen von Beteiligungs- und Mediationsexperten scheint nicht stattgefunden zu haben. Angebote zur Beteiligung wie zum Beispiel eine Wiederaufnahme der (mit viel Geld geschaffenen) Online-Diskursplattformen der Endlagerkommission, scheinen nicht auf der Agenda zur sein.

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