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Heute vor 6 Jahren: Leckage im AKW Philippsburg

Ein verkanteter Abdichtstopfen in einer Rohrleitung löste am 17. Juni 2010 eine Leckage im AKW Philippsburg aus und führte zu einer Leerung des Brennelementbeckens.

Erst nach einer Stunde konnte das Leck abgedichtet werden. In dieser Zeit flossen knapp 270.000 Liter Reaktorwasser aus dem Becken in den Reaktorrumpf. Zusätzlich gelangten 10.000 Liter über offene Entwässerungsleitungen aus dem Behälter. Bei einem weiteren Füllstandsabfall von nur sechs Zentimetern wären die Brennelemente freigelegt worden und die komplette Kühlung des Beckens ausgefallen. Weiterlesen Heute vor 6 Jahren: Leckage im AKW Philippsburg

Heute vor 36 Jahren: Räumung der Republik Freies Wendland

Am 4. Juni 1980, 33 Tage nach der Gründung, wurde das Hüttendorf „Republik Freies Wendland gegen Atomwirtschaft und Polizeiwillkür“geräumt.
Am 3. Mai 1980 hatten Initiativen der Anti-Atom-Bewegung die freie Republik ausgerufen. Sie errichteten zwischen den Ortschaften Trebel und Gorleben ein Dorf aus Holz, Lehm und Feldsteinen. Die Baumaterialien spendeten Bauern aus der Umgebung.

Das Dorf bot mehr als 1000 Bewohnern Platz und hatte mit Badehaus, Mülldeponie, Krankenstation, Friseur, Schwitzhütte, Gewächshäusern, einem Brunnen, einer Solarthermie-Anlage und sogar einem eigenen Radiosender eine beeindruckende Infrastruktur. Die Republik war basisdemokratisch organisiert und als Zeichen des Protests gegen die Politik der Bundesrepublik Deutschland konnte jeder Einwohner einen eigenen Pass der Freien Republik Wendland erwerben.

Die Errichtung der „Republik Freies Wendland“ war eine Reaktion auf die Bohrungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, die den Salzstock bei Gorleben seit 1979 auf seine Eignung als Endlager für atomare Abfälle untersuchten.

Die Räumung führten die niedersächsische Polizei und der Bundesgrenzschutz auf Anordnung der damaligen Bundesregierung (unter Kanzler Helmut Schmidt) mit 3.500 Polizeibeamten durch, live kommentiert durch das Radio Freies Wendland.

Die Republik Freies Wendland bleibt ein Symbol des Protests gegen Gorleben und der gesamten Anti-AKW-Bewegung. Viele der dort begonnenen Debatten rund um den Salzstock als Endlager beschäftigen die Endlagerkommission bis heute.

Dialogveranstaltung der Endlagerkommission

Am 29. und 30. April 2016 fand in Berlin eine zweitägige Veranstaltung statt, bei der die Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ ihren gegenwärtigen Arbeitsstand der Öffentlichkeit vorstellte. Sie ist mit dem Ziel gestartet, dem Gesetzgeber am 30. Juni 2016 einen Bericht zu übergeben, in dem sie Handlungsempfehlungen für die Ermittlung eines Endlagerstandortes für stark radioaktive Materialien formuliert. Im Rahmen der Bürgerkonsultation konnte die Öffentlichkeit nun ihre Sicht der Dinge beim gegenwärtigen Entwurf einbringen.

Das Team von ginkgo.tv war vor Ort, hat Interviews geführt und Impressionen eingefangen. Hier die vollständige Sendung:

 

 

AKW Philippsburg

Heute vor 7 Jahren: Störfall im AKW Philippsburg

Am 12. Mai 2009 wurde der Sicherheitsbehälter im Reaktorgebäude des AKWs Philippsburg regelwidrig offen gelassen. Diese Armaturen sind so genannte „Gebäudeabschlussarmaturen“ von höchster Sicherheitskategorie. Im Störfall sollen sie dafür sorgen, dass der Austritt von Radioaktivität aus dem Behälter vermindert wird. Da die Armaturen an diesem Tag freigeschaltet wurden, war das Schließen jedoch nicht möglich und die Dichtheit nicht mehr gewährleistet.

Der Fehler wurde erst nach zwölf Stunden bemerkt und hätte gemeldet werden müssen, denn bei einem Störfall wäre die Situation unter Umständen außer Kontrolle geraten.

Quelle: Adamek, Sascha: Die Atomlüge. Getäuscht, Vertuscht, Verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München: Wilhelm Heyne Verlag 2011.

Bild: AKW Philippsburg (c) wikimedia, Lothar Neumann

Heute vor 30 Jahren: Störfall im Kernkraftwerk THTR-300

Am 4. Mai 1986 ist bei einem Störfall im Kernkraftwerk THTR-300 nahe der Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen eine Menge an Edelgasen und radioaktiven Aerosolen freigesetzt worden. Nachdem zum gleichen Zeitpunkt die Katastrophe von Tschernobyl war, herrschte in der Umgebung erhöhte Radioaktivität. Dieser Anstieg wurde anfangs nicht in Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk gebracht, da auch die Betreiber in einem Eilbrief die Unstimmigkeiten abstritten. Weiterlesen Heute vor 30 Jahren: Störfall im Kernkraftwerk THTR-300

Jetzt im Crowdfunding: Uranium Film Festival

Das Uranium Film Festival Berlin wird vom 28.9. bis 2.10. im Kino in der KulturBrauerei in Prenzlauer Berg Filme aus aller Wert zu Atomkraft und radioaktiven Gefahren zeigen. Vom Uranbergbau bis zur Reaktorkatastrophe und Atommüll. Von Hiroshima bis Tschernobyl und Fukushima: mehr als 30 brisante „atomare“ Kurz-, Dokumentar-, Animations- und Spielfilme aus über zehn Ländern, viele davon sind Deutschlandpremieren.

Ich habe die Ehre – und das Vergnügen – diese Veranstaltung als Schirmherr unterstützen zu dürfen. Aktuell kann man bereits vorab Karten erwerben, oder die Finanzierung im Rahmen der Crowdfunding Kampagne auf EcoCrowd anderweitig unterstützen.

 

Ein breiter Diskurs zum Umgang mit dem Atommüll ist überfällig.

Die Endlagerkommission stellt sich der Öffentlichkeit

Der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossen, aber die zentrale Frage bleibt weiter offen: Wie und wo können die hoch radioaktiven Abfallstoffe in Deutschland in einem dauerhaft sicheren Endlager verwahrt werden. Deshalb haben Bundestag und Bundesrat mit dem Standortauswahlgesetz die „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ beauftragt, Regeln, Kriterien und Anforderungen für die Auswahl des Endlagerstandortes zu entwickeln, der bestmögliche Sicherheit gewährleistet.

Die 33 Mitglieder zählende Kommission besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft und gesellschaftlicher Gruppen sowie Mitgliedern von Landesregierungen und des Deutschen Bundestages. Nach mehr als zwei Jahren Arbeit wird sie Mitte des Jahres ihren Abschlussbericht an Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung übergeben. Auf Grundlage der Empfehlungen der Kommission wollen Bundestag und Bundesrat die Kriterien für die Standortauswahl gesetzlich festlegen und das Standortauswahlgesetz überarbeiten.

Den Entwurf ihres Abschlussberichtes und dessen Kernbotschaften möchte die Kommission nun mit der breiten Öffentlichkeit erörtern. Weiterlesen Die Endlagerkommission stellt sich der Öffentlichkeit

Tagung der Endlagerkommission | (c) Ylva Sommer

Umfassende Kritik an Beteiligungsplänen im Endlagersuchverfahren

Die Endlagerkommission plant, in wenigen Wochen ihren Entwurf für den Abschlussbericht und damit ihre Empfehlungen für eine partizipative Neugestaltung der Endlagersuche vorzustellen. Doch nach rund zwei Jahren Kommissionstätigkeit liegt bislang noch kein abgestimmter Entwurf gerade zum wesentlichen Element dieses partizipativen Suchverfahrens vor: der Partizipation.

Über die Gründe wurde auch auf diesem Blog immer wieder berichtet. Fakt ist, dass es dazu bisher lediglich ein so genanntes „Vorsitzendenpapier“ der beiden AG1 Vorsitzenden gibt, das bislang weder in der zuständigen AG noch in der Gesamtkommission hinreichend beraten werden konnte. Aktuell sind die AG1 Mitglieder aufgerufen, binnen weniger Tage „finale“ Anmerkungen zu formulieren, die dann redaktionell zusammengeführt und ein einziges Mal umfassend in der AG selbst beraten werden sollen, wenige Tage bevor dann der Gesamtkommission erstmalig Gelegenheit zur Lesung gegeben werden soll.

Dieses Verfahren ist an sich schon der Bedeutung dieses Berichtsteils nicht angemessen. Es ist um so problematischer, als das so genannte „Vorsitzendenpapier“ substantiell ungeeignet ist, ein partizipatives Suchverfahren zu ermöglichen.

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Geheimpläne gegen Terrorgefahr

Offiziell gelten die deutschen Zwischenlager als „Terrorsicher“.  Hinter den Kulissen arbeitet man aber, wie einzelne Medien berichten, daran, die Sicherheitsvorkehrungen gegen Terroranschläge deutlich zu verbessern.

Dazu ist eine neue Richtlinie in Arbeit, die u.a. „der Entwendung von radioaktiven Stoffen durch einen möglichen Innentäter“ verhindern soll. Mehr ist über die neue Richtlinien nicht bekannt – und mehr soll auch nicht bekannt werden. Da es sich um ein „untergesetzliche Regelwerk“ handelt, bedarf dieses  auch nicht der Zustimmung des Bundestages. Es soll  im November im Fachausschuss Strahlenschutz des Länderausschusses für Atomkernenergie (LAA) vorgestellt werden.