Ausschnitt aus dem AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung

Warum gibt es eigentliche keine AKW in Ostdeutschland? – Teil 1

Ein Blick auf den AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung zeigt: Merkwürdigerweise gibt es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR keine Atomkraftwerke. Das liegt nicht etwa daran, dass die damals in der DDR herrschende SED gegen die Nutzung der Atomenergie gewesen wäre.

Im Gegenteil. Während die SED-Nachfolgepartie die LINKE heute eine zentrale Rolle in der mittlerweile gesamtdeutschen Anti-AKW Bewegung spielt (darüber mehr im Teil 2 dieses Beitrags), war ihre Parteimutter SED zu DDR Zeiten begeisterte Atomkraftanhängerin.

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Heute vor 60 Jahren: Kernschmelze in Idaho Falls

In Idaho Falls, in den USA, kommt es am 29. November 1955 im Forschungsreaktor EBR-I zu einer partiellen Kernschmelze.

Durch einen Test, der eine schnellere Leistungssteigerung ermöglichen soll, schmilzt der Reaktorkern aus angereichertem Uran und einem geringen Anteil an Zirconium. Der Vorgang bewirkt, dass dabei das Kühlmittel NaK verdunstet und schmelzender Brennstoff in die Röhren des Kühlsystems gelangt, was wiederum zur Unterschreitung der Kritikalität führt.

Als Folge davon schaltet sich der Reaktor selbst ab. Auf der INES-Skala wird dieser Vorfall mit 4 bewertet.

BTU Cottbus, Prof. Dr. Wolf Schluchter, Lehrstuhl fuer sozialwissenschaftliche Umweltfragen Foto: Michael Helbig/mih1

Neuer Atom-Krimi von Wolf Schluchter

Der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Schluchter befasst sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten u.a. auch mit Beteiligungsprozessen und hat hierzu das interessante TRIPLEX-Verfahren entwickelt.

Er ist aber auch ein Schriftstellerkollege von mir. Mit seinem neuen Buch „Die unheilige Strahlkraft des Gral“ brachte er kürzlich einen weiteren Kriminalroman mit dem Thema des Widerstands gegen die Atomenergie heraus.

Prof. Dr. Hans See (Politikwissenschaftler, Soziologe und Autor) veröffentlichte darüber im „Freitag“ folgende Rezension, die wir mit Erlaubnis des Autoren nachdrucken: Weiterlesen Neuer Atom-Krimi von Wolf Schluchter

BUND-Mitglieder in Aktion. Quelle: Jörg Farys / BUND

BUND bleibt in der Endlager-Kommission

Von Anfang an stand die Beteiligung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an der Endlagerkommission unter Vorbehalt. Eine Überprüfung des Mandats im Rahmen der Bundesdelegiertenversammlung 2015 war Teil des damaligen Beschlusses.

Diese Versammlung tagte nun am vergangenen Wochenende in Bad Hersfeld. Obwohl der BUND Vertreter nur zwei Tage zuvor nach einer heftigen Kritik an der Kommission deren Sitzung zum Abbruch brachte, beschlossen die 142 Delegierten mit großer Mehrheit eine weitere Mitarbeit. Sie forderten sogar eine Verlängerung der Kommissionslaufzeit bis Ende 2016, unter anderem, um die  die Sicherheitsrisiken bei der Zwischenlagerung von Atommüll neu zu überprüfen.

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Bild: Kernkraftwerk Emsland (c) Rainer Knäpper, Free Art License

Leck im KKW Emsland – Bürgerinitiativen fordern Stilllegung

Offiziell soll das KKW Emsland (Lingen 2) noch bis 2022 am Netz bleiben. Angesichts immer neuer Zwischenfälle mehren sich die Stimmen derer, die eine frühere Stilllegung fordern. Erst im Frühjahr dieses Jahres musste das AKW nach Feststellung eines Lecks kurzfristig vom Netz gehen. Nun ist erneut ein Leck im Kühlsystem aufgetreten. Der Zwischenfall ereignete sich bereits am 18. November, erst fünf Tage später informierte der Betreiber RWE die Öffentlichkeit.

Diesmal will man das AKW nicht herunterfahren, der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel hat zum Zwischenfall bislang keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

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Atommüllkosten: Wahrheit tut weh

Mein letzter Beitrag zur Frage der Atommüllkosten hat in einschlägigen Kreisen für Aufruhr gesorgt. Und das war auch meine Absicht. Denn es wird höchste Zeit, dass wir endlich einmal mehr Ehrlichkeit in die Debatte bringen. So sehr die Atombetreiber und ihre Kritiker über die Frage der Verursacherhaftung streiten, so sehr blenden beide Seiten bislang eine unbequeme Wahrheit aus:

Selbst wenn die Energieversorger es wollten, sie KÖNNTEN die zu erwartenden Kosten ohnehin nicht in vollem Umfang tragen.

Diese Wahrheit zur Kenntnis zu nehmen tut weh, denn damit ist die ach so einfache Argumentation („Verursacherprinzip und basta“)  vom Tisch. Hinter vorgehaltener Hand wird das von allen Insidern, egal welcher politischer Couleur, längst zugegeben. Offiziell wird aber weiter so getan, als läge das Geld auf den Konten der Betreiber und müsste nur endlich eingesammelt werden.

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Endlagerkommission © Ylva Sommer

Atommüllkosten: Mehr Kommissionen – mehr Irritationen

Die neue Kommission der Bundesregierung zur Frage der Atomrückstellungen hat ihre Arbeit aufgenommen. Staatssekretär Rainer Baake aus dem Wirtschaftsministerium besuchte nun am vergangenen Donnerstag die Endlager-Kommission, um dort über die Aufgabe der zweiten Kommission zu berichten. Dabei betonte Baake, dass für die Bundesregierung nach wie vor klar das Verursacherprinzip gelte, nach dem die Abfallverursacher für Rückbau der AKW und Lagerung des Atommülls zahlen müssen.

Das ist eine erfreulich deutliche Positionierung, denn die Sicht der Atombetreiber ist bislang wesentlich weniger eindeutig. Es gibt mehrere im Auftrag der Energieversorger entstandene Gutachten, so u.a. eines der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, die eine Alleinverantwortung negieren.

Entsprechend hoch schlugen die Wellen dann auch in der Endlagerkommission. Insbesondere Klaus Brunsmeier vom BUND pochte wiederholt auf das Verursacherprinzip. Damit hat er recht. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Es bedarf schon einer gewissen Naivität, zu glauben, damit wäre das Problem gelöst. Denn es gibt noch zwei weitere Faktoren, die gerade von kritischen Protagonisten gerne ignoriert werden:

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Bild: Nuclear power plant of Tihange, Huy, Belgium (c) Hullie / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Doel 3 und Tihange 2 gehen wieder ans Netz

Die Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 werden nach rund anderthalb Jahren Pause wieder in Betrieb genommen. Die Risse am Reaktordruckbehälter, derentwegen die Reaktorblöcke abgeschaltet wurden, gibt es nach wie vor.

Allerdings gibt es dazu nun eine hilfreiche Geschichte: die Risse sollen laut der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC (Federal Agency for Nuclear Control) bereits beim Schmieden der Ringe des Behälters entstanden sein und angeblich keinerlei Gefahr für die Sicherheit darstellen.

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Bild: Stollen im zukünftigen Endlager (c) kallerna / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Weltweit erstes Atommüll-Endlager bekommt Lizenz

Die finnische Regierung hat am 12. November 2015 die Lizenz für das weltweit erste Endlager von hochradioaktivem Müll erteilt.

Unweit des Atomkraftwerks auf der finnischen Halbinsel Olkiluoto sollen in einem 450 Meter tief reichenden Tunnelsystem bis zu 6.500 Tonnen der stark strahlenden Abfälle eingelagert werden. Die Firma Posiva will die verbrauchten Brennelemente in kupferummantelte Container verpacken und mit diesen das Lager befüllen. Dann sollen die Tunnel mit Bentonit versiegelt werden, einem Mineral, das bei Wasserkontakt aufquillt und häufig für Abdichtungen genutzt wird. So soll der Atommüll für die folgenden 100.000 Jahre sicher sein. Soll. Weiterlesen Weltweit erstes Atommüll-Endlager bekommt Lizenz

Bild: Luftbild Kernkraftwerk Gundremmingen (c) Myratz, / commons.wikimedia.org, CC BY 3.0 DE

Vorfall im AKW Gundremmingen

Im Atomkraftwerk Gundremmingen ist ein Brennelement auseinander gebrochen, als es im Lagerbecken von Block C für Wartungsarbeiten umgesetzt werden sollte. Dabei löste sich das Bündel aus 100 mit Uranoxid gefüllten Metallstäben vom Kopf des Elements und kam mit viel Glück dennoch an die vorgesehene Position. Nach Angaben der Betreiber wurde das Brennelement selbst nicht weiter beschädigt, sodass keine Strahlung austrat. Auch der Betrieb sei durch den Vorfall nicht beeinträchtigt gewesen. So weit, so gut? Eine Klärung der Ursachen muss dennoch erfolgen, um beispielsweise Materialschäden auszuschließen, die auch andere AKWs betreffen könnten. Einen ähnlichen Vorfall gab es übrigens schon 2001 im Kernkraftwerk Biblis, dieser und auch der aktuelle Vorfall wurden allerdings als „sicherheitstechnisch bedeutungslos“ eingestuft.