AKW Three Mile Island

Heute vor 37 Jahren: Unfall im AKW Three Mile Island

Am 28. März 1979 ereignete sich auf einer kleinen Halbinsel im Fluss Susquehanna (in der Nähe von Harrisburg) ein schweres Reaktorunglück. Im gerade mal drei Monate alten Reaktor TMI-2 ereignete sich eine Teil-Kernschmelze.

In den frühen Morgenstunden schalten sich zwei Wasserpumpen im nichtradioaktiven Kreislauf ab (Feuchtigkeit ist in das pneumatische Störungssystem eingedrungen). Die beiden Pumpen sind für die Zirkulation des Kühlwassers verantwortlich, so dass die bei der Kernspaltung entstehende Wärme abgeführt werden kann. Mit Hilfe eines Wärmetauschers wird die Wärme des Primärkreislaufes an einen nichtradioaktiven Kühlkreislauf abgegeben. Bei Ausfall der Pumpen werden stattdessen zwei Ersatzpumpen eingeschalten. An diesem Morgen haben jedoch die Operateure nicht sehen können, dass der Wasserfluss der beiden Reservepumpen blockiert war (Ventile wurden bei Wartungsarbeiten zuvor nicht wieder geöffnet). In Folge dessen haben die beiden Reservepumpen permanent Wasser gegen die geschlossenen Ventile gepumpt. Weiterlesen Heute vor 37 Jahren: Unfall im AKW Three Mile Island

Bild: AKW Thinge | Bild: Michielverbeek | CC BY 2.0

Belgische AKW im Visier von Terroristen?

Durch die fürchterlichen Anschläge von Brüssel rückt jetzt ein weiteres Sicherheitsrisiko in den Fokus: Die belgischen AKW Doel und Tihange sind nicht nur marode, sondern auch deshalb eine potenzielle Gefahr, weil Terroristen sie laut französischen und belgischen Zeitungsberichten als Anschlagziele ausgemacht haben könnten.

Schon einmal wurde bekannt, dass ein Dschihadist für rund drei Jahre im Hochsicherheitsbereich eines belgischen Atomkraftwerks als Sicherheitstechniker gearbeitet hatte

SPIEGEL Online berichtet hier ausführlich …

Endlagersuche: Endlich ein überzeugendes Partizipationskonzept

Gestern berichtete ich über die Kritik aus dem Beteiligungsprogramm der Endlagerkommission – an den Plänen der Kommission für die Beteiligung im eigentlichen Suchverfahren, artikuliert zunächst in einem Schreiben an die AG „Öffentlichkeitsbeteiligung“ der Endlagerkommission.

Das Partizipationsmedium BBLOG hat  heute als erste Redaktion das gesamte Alternativkonzept, welches in drei Workshops gemeinsamen von jungen Erwachsene und Beteiligungspraktikern entwickelt vorgestellt:

Erfolgsfaktoren für das Beteiligungssystem Standortsuche –
Mehr Bürgerbeteiligung für einen wirklich partizipativen Prozess

Es ist äußerst lesenswert, nicht nur, weil es viele Vorschläge aufnimmt, die von mir und anderen Kommissionsmitgliedern – bislang erfolglos – in die Kommission eingebracht wurden. Vor allem aber, weil es sich von dem weitgehend inhaltsleeren Formatsammelsurium der bisherigen Überlegungen verabschiedet, das recht willkürlich Institutionen wie Rat der Regionen, Teilgebietskonferenzen und Regionalkonferenzen etablieren will, ohne bislang geklärt zu haben, wer denn dort wann zu was überhaupt ein Mitspracherecht haben soll. So wird der Anschein erweckt, man wolle in einer permanenten Konferenzenkakophonie mögliche kritische Stimmen überkleistern.

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Moderationstafel im Beteiligungsworkshop der Endlagerkommission

Beteiligte kritisieren Beteiligungsverfahren der Endlagerkommission

BBLOG | Der Beteiligungsblog berichtet heute über einen Konflikt zwischen den Teilnehmern des Beteiligungsformates der Endlagerkommission und der zuständigen Kommissions-Arbeitsgruppe „Öffentlichkeitsbeteiligung“.

Dort heißt es u.a.: „Es gibt allerdings bereits ein autorisiertes Schreiben im Auftrag aller Beteiligten an die Endlager-Kommission bzw. die Vorsitzenden der dort für Beteiligung zuständigen AG „Gesellschaftlicher Dialog, Öffentlichkeitsbeteiligung und Transparenz“, in dem diese sich u.a. darüber beklagen, dass in der zuständigen AG faktisch kein Interesse an den Ergebnissen der Beteiligung gezeigt wurde. Auch sei der Umgang mit den beiden von den Beteiligten gewählten Jugendbotschaftern, die an den AG Sitzungen teilnehmen sollten, problematisch. Deren Themen und Einwände seien nicht wirklich berücksichtigt worden. Der Brief berichtet auch davon, dass im Ergebnis der drei Workshops massive Kritik an den aktuellen Plänen der Kommission für die Beteiligung im Suchverfahren formuliert wurden und bitten darum, die zentralen Kritikpunkte auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen und fair und offen unter Einbeziehung der Beteiligten zu diskutieren.“

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AKW Biblis

Heute vor 5 Jahren: Stilllegung der AKWs Biblis (A und B) und Unterweser

Aufgrund des Atom-Moratoriums wurden die beiden AKWs Biblis (Blöcke A und B) in Hessen und Unterweser in Niedersachsen am 18. März 2011 heruntergefahren.

Am 29. Mai 2011 entschied die Bundesregierung, dass die beiden Blöcke von Biblis nicht mehr ans Netz gehen werden. Das Kernkraftwerk Unterweser wurde am 18. März um 3:33 vom Netz genommen und rund zwei Monate später wurde entschieden, dass das AKW endgültig abgeschaltet wird.

 

Atomkraftwerk Isar mit den Blöcken 1 (außer Betrieb) und 2 (in Betrieb)

Heute vor 5 Jahren: Stilllegung des AKWs Isar 1

Das Kernkraftwerk Isar 1 ist am 21. März 1979 in Betrieb gegangen und hat bis zum Jahr 2011 den Freistaat Bayern mit 198,3 Millionen Megawattstunden Strom (netto) versorgt.

Nach der Katastrophe in Fukushima wurde zunächst angekündigt, das Kraftwerk zum 15. März herunterzufahren, wobei am 16. März der Betreiber E.ON mitteilte, dass man nur auf eine 15% Volllast reduziert. Damals hoffte man, dass der Normalbetrieb nach dem dreimonatigen Moratorium wieder aufgenommen werden kann. Am nächsten Tag wurde jedoch von den Umweltministerien der Länder und des Bundes angeordnet das AKW komplett herunterzufahren, sodass am 17. März um 16 Uhr Isar 1 vom Netz genommen wurde. Am 30. Juni 2011 verlor das Kraftwerk durch einen Beschluss der Bundesregierung die Berechtigung zum Leistungsbetrieb. Knapp ein Jahr später wurde am 10. Mai 2012 der Rückbau des Kraftwerks von E.ON beantragt. Weiterlesen Heute vor 5 Jahren: Stilllegung des AKWs Isar 1

Atomkraftwerk Neckarwestheim

Heute vor 5 Jahren: Stilllegung der AKWs Neckarwestheim I und Philippsburg 1

Am Abend des 16. März 2011 wurden die beiden AKWs Neckarwestheim I und Philippsburg 1 abgefahren und gingen schließlich in der Nacht vom Netz.
Bereits einen Tag zuvor gab der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus die dauerhafte Stilllegung von Neckarwestheim I und Philippsburg 1 bekannt.
Der Grund dieser Entscheidung war das Atom-Moratorium der Regierung Merkel.

Felix Werdermann: Kosten für die Ewigkeit

Wenn das Endlager für Atommüll teurer wird als geplant, müssen die Steuerzahler dafür aufkommen und nicht die Verursacher des radioaktiven Abfalls. So wird es vermutlich demnächst in einem Gesetz stehen. Derzeit wird die Regelung hinter verschlossenen Türen ausgehandelt – zwischen einer Kommission, die das Wirtschaftsministerium eingesetzt hat, und den vier großen Energiekonzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW.

Auf den ersten Blick sieht der Vorschlag hochgradig ungerecht aus, Linkspartei und Umweltschützer protestieren bereits. Doch bei genauerer Betrachtung ist die Idee gar nicht schlecht: Wenn die Konzerne aus der Finanzierung raus sind, werden sie auch keine Lobbyarbeit mehr betreiben gegen die Untersuchung weiterer Endlagerstandorte als Alternativen zu Gorleben. Dann könnte eine wirklich ergebnisoffene Suche endlich beginnen. Und das ist wesentlich mehr wert als ein paar Milliarden verschenkte Euro. Weiterlesen Felix Werdermann: Kosten für die Ewigkeit

Heute vor 5 Jahren: Atom-Moratorium der Regierung-Merkel

Aufgrund der Nuklearkatastrophe in Fukushima gab Bundeskanzlerin Angela Merkel am 14. März 2011 bekannt, dass ein dreimonatiges Moratorium verhängt wird. Damit wurden die 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung wieder außer Kraft gesetzt. Diese wurde am 5. September 2010 beschlossen und verlängerte die Betriebsdauer für ältere Anlagen um acht und jüngere um 14 Jahre. Mit dem Kernsatz „Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“ verkündete die Kanzlerin diese vorübergehende Stilllegung am Abend. Weiterlesen Heute vor 5 Jahren: Atom-Moratorium der Regierung-Merkel

Drei Fragen an … Hans Leo Bader

HansEr ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Umweltstiftung und Produzent von ginkgo.tv, dem neuen Web TV Format zu aktuellen ökologischen Themen. Ich habe Hans Leo Bader gefragt, was er von Jodtabletten als Prophylaxe bei Atomunfällen hält.

Du hast dich für die letzte Sendung von ginkgo.tv intensiv mit dem Thema Jod-Tabletten beschäftigt. Wie denkst du, gegen wir in Deutschland damit um?

Wie mit den meisten Themen: Es interessiert niemanden, bis es durch ein besonderes Ereignis in den persönlichen Fokus rückt. Abgesehen davon, dass unter bestimmten Voraussetzungen im entsprechenden Notfall die Tabletten grundsätzlich wichtig sind, wird dieses Thema aus meiner Sicht als Nebelkerze verwendet und damit eine trügerische Sicherheit suggeriert.

Hast du selbst Jod-Tabletten zu Hause?

Seit kurzem: Ja!

Der Atomausstieg ist beschlossen, dauert aber noch einige Jahre. Sollte man die AKWs nicht besser gleich abschalten?

Ich muss da an einen alten lateinischen Spruch denken, den mein Vater immer wieder benutzt hat. Quidquid agis, prudenter agas, et respice finem: Was immer du tust, tue es klug und bedenke das Ende. Es gibt in diesem Fall leider keinen Zaubermeister, der die Besen mit einem Spruch wieder in die Ecke zwingt und das Wasser ist eingedämmt. Aus meiner persönlichen Sicht wäre das Wünschenswerteste eine Kombination von schnellstmöglichem Abschalten, dem Aufbau einer nicht so gefährlichen, dezentralen, sicheren und möglichst regenerativen Energieversorgung sowie die Lösung des Endlagerproblems für den bereits in riesigen Mengen vorhandenen radioaktiven Müll. Und das Ganze natürlich immer unter der vorrangigen Berücksichtigung des Gemeinwohls und zwar nicht nur zeitlich begrenzt auf auf unsere Generation.