Jetzt im Crowdfunding: Uranium Film Festival

Das Uranium Film Festival Berlin wird vom 28.9. bis 2.10. im Kino in der KulturBrauerei in Prenzlauer Berg Filme aus aller Wert zu Atomkraft und radioaktiven Gefahren zeigen. Vom Uranbergbau bis zur Reaktorkatastrophe und Atommüll. Von Hiroshima bis Tschernobyl und Fukushima: mehr als 30 brisante „atomare“ Kurz-, Dokumentar-, Animations- und Spielfilme aus über zehn Ländern, viele davon sind Deutschlandpremieren.

Ich habe die Ehre – und das Vergnügen – diese Veranstaltung als Schirmherr unterstützen zu dürfen. Aktuell kann man bereits vorab Karten erwerben, oder die Finanzierung im Rahmen der Crowdfunding Kampagne auf EcoCrowd anderweitig unterstützen.

 

Ein breiter Diskurs zum Umgang mit dem Atommüll ist überfällig.

Die Endlagerkommission stellt sich der Öffentlichkeit

Der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossen, aber die zentrale Frage bleibt weiter offen: Wie und wo können die hoch radioaktiven Abfallstoffe in Deutschland in einem dauerhaft sicheren Endlager verwahrt werden. Deshalb haben Bundestag und Bundesrat mit dem Standortauswahlgesetz die „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ beauftragt, Regeln, Kriterien und Anforderungen für die Auswahl des Endlagerstandortes zu entwickeln, der bestmögliche Sicherheit gewährleistet.

Die 33 Mitglieder zählende Kommission besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft und gesellschaftlicher Gruppen sowie Mitgliedern von Landesregierungen und des Deutschen Bundestages. Nach mehr als zwei Jahren Arbeit wird sie Mitte des Jahres ihren Abschlussbericht an Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung übergeben. Auf Grundlage der Empfehlungen der Kommission wollen Bundestag und Bundesrat die Kriterien für die Standortauswahl gesetzlich festlegen und das Standortauswahlgesetz überarbeiten.

Den Entwurf ihres Abschlussberichtes und dessen Kernbotschaften möchte die Kommission nun mit der breiten Öffentlichkeit erörtern. Weiterlesen Die Endlagerkommission stellt sich der Öffentlichkeit

Tagung der Endlagerkommission | (c) Ylva Sommer

Umfassende Kritik an Beteiligungsplänen im Endlagersuchverfahren

Die Endlagerkommission plant, in wenigen Wochen ihren Entwurf für den Abschlussbericht und damit ihre Empfehlungen für eine partizipative Neugestaltung der Endlagersuche vorzustellen. Doch nach rund zwei Jahren Kommissionstätigkeit liegt bislang noch kein abgestimmter Entwurf gerade zum wesentlichen Element dieses partizipativen Suchverfahrens vor: der Partizipation.

Über die Gründe wurde auch auf diesem Blog immer wieder berichtet. Fakt ist, dass es dazu bisher lediglich ein so genanntes „Vorsitzendenpapier“ der beiden AG1 Vorsitzenden gibt, das bislang weder in der zuständigen AG noch in der Gesamtkommission hinreichend beraten werden konnte. Aktuell sind die AG1 Mitglieder aufgerufen, binnen weniger Tage „finale“ Anmerkungen zu formulieren, die dann redaktionell zusammengeführt und ein einziges Mal umfassend in der AG selbst beraten werden sollen, wenige Tage bevor dann der Gesamtkommission erstmalig Gelegenheit zur Lesung gegeben werden soll.

Dieses Verfahren ist an sich schon der Bedeutung dieses Berichtsteils nicht angemessen. Es ist um so problematischer, als das so genannte „Vorsitzendenpapier“ substantiell ungeeignet ist, ein partizipatives Suchverfahren zu ermöglichen.

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Geheimpläne gegen Terrorgefahr

Offiziell gelten die deutschen Zwischenlager als „Terrorsicher“.  Hinter den Kulissen arbeitet man aber, wie einzelne Medien berichten, daran, die Sicherheitsvorkehrungen gegen Terroranschläge deutlich zu verbessern.

Dazu ist eine neue Richtlinie in Arbeit, die u.a. „der Entwendung von radioaktiven Stoffen durch einen möglichen Innentäter“ verhindern soll. Mehr ist über die neue Richtlinien nicht bekannt – und mehr soll auch nicht bekannt werden. Da es sich um ein „untergesetzliche Regelwerk“ handelt, bedarf dieses  auch nicht der Zustimmung des Bundestages. Es soll  im November im Fachausschuss Strahlenschutz des Länderausschusses für Atomkernenergie (LAA) vorgestellt werden.

Unrealistische Zeitannahmen in der Endlagersuche?

Das Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle, kurz: Standortauswahlgesetz (StandAG) sieht vor, dass bis 2031 ein Endlagerstandort gefunden ist (§1 Abs. 3 StandAG).

Wiederholt wurde von Mitgliedern der Endlagerkommission der Realitätsbezug dieses Zieles bezweifelt.

Professor Dr. Bruno Thomauske – Mitglied der Endlagerkommission und mehrerer Arbeitsgruppen – hat nun eine heuristische Kalkulation vorgenommen, die der Endlagerkommission als K-Drs./AG 3 119 vorliegt. Darin gelangt er zu deutlich anderen Zahlen hinsichtlich der Standortfestlegung und Inbetriebnahme als bisher angenommen. Frühestens wäre demnach im Jahre 2053 mit einer Standortfestlegung zu rechnen, seiner Meinung nach wäre erst 2079 realistisch. Gleiches gilt für die Inbetriebnahme des Endlagers, die laut BMUB 2050 erfolgen soll. Auch hier erhält Prof. Dr. Thomauske drastisch abweichende Zahlen: Frühestens würde demnach 2083 mit der Einlagerung begonnen werden, wahrscheinlicher ist das Jahr 2114.

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Kühltürme des Werks Tomsk

Heute vor 23 Jahren: Störfall im AKW Tomsk

Am 6. April 1993 wurde in der Wiederaufarbeitungsanlage der kerntechnischen Anlage Tomsk (Russland) durch eine Explosion v.a. kurzlebige radioaktive Stoffe freigesetzt. Der Vorfall passierte während Reinigungsarbeiten mit Salpetersäure in einem Reaktionsgefäß. Anschließend wurden 120 Quadratkilometer im Gebiet Sewersk verseucht. Das Ereignis wurde auf der INES-Skala zwischen 2-4 eingeordnet.

Bild: Kühltürme des Werks Tomsk, Quelle: Wikimedia