Bild_Block_1_und_2_des_AKW_Forsmark_Quelle_Wikimedia_Dennis140 Block 1 und 2 des AKW Forsmark

Heute vor 11 Jahren: Störfall im AKW Forsmark

Am 25. Juli 2006 kam es im Kernkraftwerk Forsmark (Provinz Uppland, Schweden) zu einem Störfall. Durch einen Kurzschluss, der von Wartungsarbeiten an einem nahe gelegenen Stellwerk verursacht wurde, kam es zur zeitweiligen Abtrennung des Reaktors Forsmark-1 vom Stromnetz. Vier der acht Kühlwasserpumpen fielen aus und nur zwei der vier Dieselgeneratoren konnten in Betrieb genommen werden. Durch das teilweise Versagen der Anlagensteuerung, verloren die Mitarbeiter für 22 Minuten den Überblick.

Vattenfall, der Betreiber des Kraftwerkes, wurde bereits Anfang 2005 über mögliche Mängel informiert. Fehlerhafte Montagen und unzureichende Kontrollen spielten bei der Havarie eine Rolle. Dies scheint in Schweden kein Einzelfall zu sein: Mehr als die Hälfte der Reaktoren operieren dort seit Jahrzehnten mit eingebautem Konstruktionsfehlern.

Der Vorfall wird auf der INES-Skala mit Kategorie 2 bewertet, da keine Radioaktivität freigesetzt wurde. Jedoch hätte dieser Störfall nach Ansicht des ehemaligen Konstruktionsleiters des Kraftwerkes Lars-Olov Höglund, zum GAU führen können, da nur durch glückliche Zufälle eine Kernschmelze verhindert wurde. Höglund schätzte den Vorfall als „schwersten Zwischenfall seit Tschernobyl und Harrisburg“ ein.

Bild: Block 1 und 2 des AKW Forsmark (c) wikimedia, Dennis140

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