Bild_AKW_Mihama_Quelle_Wikimedia_Hirorinmasa AKW Mihama

Heute vor 13 Jahren: Störfall im AKW Mihama

Am 09. August 2004 kam es im japanischen AKW Mihama (rund 320 Kilometer nordwestlich von Tokio) zu einem folgenschweren Störfall.

Der Vorfall ereignete sich im Gehäuse der mit Dampf angetriebenen Turbinen. Durch ein circa 50 Zentimeter großes Leck im Zufuhrrohr entwich 140 °C heißer Wasserdampf. Mehrere anwesende Mitarbeiter im Turbinengehäuse waren unmittelbar betroffen – vier Angestellte erlagen ihren schweren Verbrennungen, sieben weitere wurden verletzt.

Das geborstene, stark erodierte Rohr war seit 1976 nicht mehr gewartet worden. Statt der vorgeschriebenen zehn Millimeter, betrug seine Wanddicke nach 28 Jahren Betrieb nur noch 1,4 Millimeter. Der Betreiber KEPCO soll schon seit 2003 von der Schwachstelle gewusst haben, wollte aber durch die Aussetzung von Wartungen Kosten sparen.

Offiziellen Angaben zufolge war der Dampf zwar nicht radioaktiv belastet gewesen – da die Wasserkreisläufe von Reaktoren und Turbinen getrennt sind – trotzdem galt dieser Zwischenfall, bis zur Katastrophe in Fukushima, als schlimmster Atom-Unfall in der Geschichte Japans.

Bild: AKW Mihama, (c) wikimedia, Hirorinmasa

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