Heute vor 18 Jahren: Atomunfall in der Wiederaufbereitungsanlage von Tokai-mura

Am 30. September 1999 wurden bei einem Unfall in der japanischen Wiederaufbereitungsanlage Tokai-mura 667 Menschen verstrahlt, zwei von ihnen starben innerhalb kürzester Zeit an den Folgen der radioaktiven Belastung.

In der Anlage wurde Mischoxid-Brennstoff für den Brüter in Joyo (Japan) hergestellt. An diesem Tag füllten die Arbeiter jedoch anstatt der erlaubten 2,4 Kilogramm die siebenfache Menge an Uran in den Präzipitationsbehälter.

Es entstand eine kritische Masse, die eine atomare Kettenreaktion auslöste und innerhalb von 20 Stunden große Mengen an Strahlung freisetzte. Zudem bildete sich eine radioaktive Wolke, die strahlende Ido-131 Partikel enthielt. Daraufhin mussten mehr als 1100 Personen evakuiert werden und 310.000 Menschen im Umkreis von zehn Kilometern durften ihre Häuser nicht verlassen.

Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Betreiber die unsicheren Verfahren zuließen, um Zeit und Geld zu sparen. Außerdem stellte sich heraus, dass die Arbeiter nicht ausreichend qualifiziert waren, Notfallmaßnahmen nicht geübt wurden und es auch keine Katastrophenpläne gab.

Bevor die Katastrophe in Fukushima geschah, war dies der schlimmste atomare Unfall in Japan.
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