Heute vor 23 Jahren: Festnahmen in der Plutonium-Affäre

Am 10. August 1994 wurden Justiniano Torres Benítez, Julio Oroz Eguia und Javier Bengoechea Arratibel in München verhaftet, weil sie illegal 363,4 Gramm atomwaffenfähiges Plutonium und 201 Gramm Lithium 6 (wird für Wasserstoffbomben verwendet) in einer Lufthansa Passagiermaschine von Moskau nach München transportiert hatten.

Der Fall löste weltweit Aufmerksamkeit aus, da es zuvor noch nie einen solch gefährlichen Nuklear-Schmuggel gegeben hatte.

Nach Recherchen des Spiegels war die Inszenierung des Schmuggels durch eine Beteiligung des Bundesnachrichtendienst (BND) besonders brisant, da er zeigen wollte, „wie porös die Atom-Arsenale des ehemaligen Sowjetreichs sind“. Der Tarnname für die Aktion lautete „Operation Hades“ und spielte sich zwischen Madrid, München und Moskau ab.

Die Hauptkritik an der Affäre war, dass man das Geschäft ohne zwingenden Grund durchführte und jegliche Sicherheitsvorkehrungen außer Acht ließ. Als Konsequenz gab es einen Untersuchungsausschuss im Bundestag, wobei dieser im Juli 1998 zu dem Ergebnis kam, dass der BND den Fall nicht eingefädelt hätte und darüber hinaus das Kanzleramt rechtzeitig informiert worden wäre. Die Herkunft des Plutoniums konnte nie geklärt werden.

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