Heute vor 31 Jahren: Störfall im Kernkraftwerk THTR-300

Am 4. Mai 1986 ist bei einem Störfall im Kernkraftwerk THTR-300 nahe der Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen eine Menge an Edelgasen und radioaktiven Aerosolen freigesetzt worden. Nachdem zum gleichen Zeitpunkt die Katastrophe von Tschernobyl war, herrschte in der Umgebung erhöhte Radioaktivität. Dieser Anstieg wurde anfangs nicht in Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk gebracht, da auch die Betreiber in einem Eilbrief die Unstimmigkeiten abstritten.
Ein anonymer Informant informierte jedoch die Aufsichtsbehörden und so fand man 233-Pa in der unmittelbaren Umgebung des Kraftwerks. Dieses konnte nicht aus Tschernobyl stammen, sondern nur aus den zerbrochenen Kugeln des Kraftwerks.

Am 3. Juni 1986 wurde das Kraftwerk stillgelegt. Die Auswertung des Aerosolfilters ergab, dass vom 28. April bis 4. Mai 1986 ca. zwei Drittel der Aerosol-Aktivität emittiert wurde, die innerhalb von 180 aufeinanderfolgenden Kalendertagen abgegeben werden durfte.

Diese Emissionswerte sind jedoch nicht komplett sicher, da die eigentliche Messung am Kamin am 4. Mai für einige Stunden außer Betrieb war. Somit war eine eindeutige Feststellung nicht möglich und es bleibt unklar, ob es sich um ein meldepflichtiges Ereignis oder doch um einen Störfall nach INES-Kategorie 2 handelt.

Am 13. Juni 1986 wurde die Stilllegungsverfügung wieder aufgehoben, wobei der Betrieb im August 1988 endgültig stillgelegt wurde nachdem weitere Unstimmigkeiten und Störungen aufkamen.

Mehr Infos zu dem Thema: Westfälischer Anzeiger

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