Bild_Wappen_der_Republik_Freies_Wendland_Quelle_Wikimedia_fatelessfear

Heute vor 37 Jahren: Räumung der Republik Freies Wendland

Am 4. Juni 1980, 33 Tage nach der Gründung, wurde das Hüttendorf „Republik Freies Wendland gegen Atomwirtschaft und Polizeiwillkür“geräumt.
Am 3. Mai 1980 hatten Initiativen der Anti-Atom-Bewegung die freie Republik ausgerufen. Sie errichteten zwischen den Ortschaften Trebel und Gorleben ein Dorf aus Holz, Lehm und Feldsteinen. Die Baumaterialien spendeten Bauern aus der Umgebung.

Das Dorf bot mehr als 1000 Bewohnern Platz und hatte mit Badehaus, Mülldeponie, Krankenstation, Friseur, Schwitzhütte, Gewächshäusern, einem Brunnen, einer Solarthermie-Anlage und sogar einem eigenen Radiosender eine beeindruckende Infrastruktur. Die Republik war basisdemokratisch organisiert und als Zeichen des Protests gegen die Politik der Bundesrepublik Deutschland konnte jeder Einwohner einen eigenen Pass der Freien Republik Wendland erwerben.

Die Errichtung der „Republik Freies Wendland“ war eine Reaktion auf die Bohrungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, die den Salzstock bei Gorleben seit 1979 auf seine Eignung als Endlager für atomare Abfälle untersuchten.

Die Räumung führten die niedersächsische Polizei und der Bundesgrenzschutz auf Anordnung der damaligen Bundesregierung (unter Kanzler Helmut Schmidt) mit 3.500 Polizeibeamten durch, live kommentiert durch das Radio Freies Wendland.

Die Republik Freies Wendland bleibt ein Symbol des Protests gegen Gorleben und der gesamten Anti-AKW-Bewegung. Viele der dort begonnenen Debatten rund um den Salzstock als Endlager beschäftigen die Endlagerkommission bis heute.

Bild: Wappen der Republik Freies Wendland (c) wikimedia, fatelessfear

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