Bild_KKP_1(links)_und_2(rechts)_Quelle_Wikimedia_Ikar.us Links: KKP 1 und Rechts: KKP 2

Heute vor 7 Jahren: Leckage im AKW Philippsburg

Ein verkanteter Abdichtstopfen in einer Rohrleitung löste am 17. Juni 2010 eine Leckage im AKW Philippsburg aus und führte zu einer Leerung des Brennelementbeckens.

Erst nach einer Stunde konnte das Leck abgedichtet werden. In dieser Zeit flossen knapp 270.000 Liter Reaktorwasser aus dem Becken in den Reaktorrumpf. Zusätzlich gelangten 10.000 Liter über offene Entwässerungsleitungen aus dem Behälter. Bei einem weiteren Füllstandsabfall von nur sechs Zentimetern wären die Brennelemente freigelegt worden und die komplette Kühlung des Beckens ausgefallen.

Der Vorfall wurde der baden-württembergischen Atomaufsicht mitgeteilt. Das Umweltministerium des Landes verzichtete jedoch darauf, ihn zu veröffentlichen und begründete sein Vorgehen damit, dass die Werte der Strahlenbelastung unterhalb der entsprechenden Meldekriterien der AtSMV (Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung) lägen. Die Aussage des Ministeriums ist aber mehr als umstritten, da der Störfall sehr wohl sicherheitsrelevant war (INES 1 oder sogar 2).

Insider vermuten, dass die Meldepflicht absichtlich verletzt wurde, um die geplante Laufzeitverlängerung des AKWs nicht zu gefährden. EnBW wies diese Vorwürfe jedoch energisch zurück.

Quelle: Adamek, Sascha: Die Atomlüge. Getäuscht, Vertuscht, Verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München: Wilhelm Heyne Verlag 2011.

Bild: Links KKP 1 und rechts KKP 2 (c) wikimedia, ikar.us

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