Heute vor 72 Jahren: Der erste Tote des Atomwahns

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Harry K. Daghlian Junior (bearbeitet von Quoth / WikimediaCC BY-SA 3.0)

Heute vor 72 Jahren verursachte der US-amerikanische Physiker Harry K. Daghlian Junior beim Hantieren mit radioaktivem Material einen Zwischenfall, der ihn das Leben kosten sollte. Er gilt als erstes Opfer eines Nuklearunfalls. Daghlian begann nach seinem Studium 1944 für das Manhattan Projekt – die Entwicklung der Atombombe – zu arbeiten. Zunächst arbeitete er für die Water Boiler Group, später für die Critical Assembly Group in Los Alamos, die von Otto Frisch geleitet wurde. Er arbeitete unter anderem am Zusammenbau des Kerns für den Trinity-Test, der am 16. Juli 1945 stattfand.

Der Unfall geschah beim Hantieren mit Barren aus Wolframcarbid. Durch eine Unachtsamkeit entglitt ihm dieser und fiel in den Versuchsaufbau mit Plutoniumkugeln. Das System wurde überkritisch. Daghlian entfernte den Quader sofort und wurde anschließend ins Krankenhaus von Los Alamos gebracht. Er spürte bereits eine Taubheit in der Hand.

Infolge der Strahlenkrankheit verschlimmerte sich sein Zustand ständig. 25 Tage später, am 15. September verstarb Daghlian im Alter von 24 Jahren an den Folgen der Strahlenkrankheit. Dieser Zwischenfall wird auf der INES-Skala mit 4 bewertet.

Bis heute gilt: Kaum sonst irgendwo können menschliche Unachtsamkeit oder kleine technische Fehler so massiven Schaden anrichten!

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