Andreas Conradt / PubliXviewinG

Freitags-Foto: Gorlebener Gebet

Seit 1989 feiert die Ökumenische Initiative „Gorlebener Gebet“ jeden Sonntag unter freiem Himmel einen Gottesdienst in Sichtweite des so genannten Erkundungsbergwerks im Wald bei Gorleben. Dabei ist noch kein einziges Gebet ausgefallen. Im Bild: Landesbischof Ralf Meister, mit dem ich zweieinhalb Jahre in der Endlagerkommission zusammenarbeiten durfte.

Foto: Tim Christensen / ROBIN WOOD

ROBIN WOOD Aktion gegen Atomtransporte in Hamburg

Am 11. April 2017 sind ROBIN WOOD-AktivistInnen den Hamburger Grünen aufs Dach gestiegen, um politisch Druck zu machen für einen Stopp der Atomtransporte durch Hamburg. Zwei Frauen seilten sich gegen 11 Uhr am Bürohaus des Landesverbands der Partei in der Burchardstraße ab und entrollten Banner mit einem Atom-Totenkopf sowie der Forderung: „Urantransporte stoppen! Sofort!“

„Seit knapp zwei Jahren sind die Grünen in der Regierung, und noch immer fahren Woche für Woche Atomtransporte durch Hamburg. Das ist ein Armutszeugnis für eine Partei, die sich den Atomausstieg auf die Fahnen schreibt“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Cécile Lecomte.

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Sommerakademie: Atomares Erbe

Der atomkritische Sachverstand in Deutschland kommt in die Jahre. Viele der Experten, die der Anti-Atom-Bewegung nahestehen, sind schon Jahrzehnte dabei.

Bisher sind zu wenige Nachfolger in Sicht. Deshalb organisiert der Trägerkreis „Atommüllreport“ eine Sommerakademie „Atomares Erbe – Herausforderungen für die nächste Generation“ vom 2. bis 6. August in Wolfenbüttel.

Welches atomare Erbe hinterlassen wir künftigen Generationen? Dieser Frage sollen eine interdisziplinäre Gruppe von Studenten und jungen Wissenschaftlern bei der Sommerakademie nachgehen. Ausgewiesene Experten geben eine Einführung in die Probleme bei Umgang und Lagerung radioaktiver Abfälle und zeigen berufliche Perspektiven auf.

Weitere Informationen und Anmeldung

Atommüll: Der verschollene Diskurs

Beteiligen wollte man die Öffentlichkeit. Umfangreich. Wertschätzend. Transparent. Dauerhaft und offen insbesondere für kritische Stimmen. Dieser Anspruch wurde von den Mitgliedern der Endlagerkommission, von den Vetretern der Bundestagsfraktionen, den zuständigen Ämtern und Ministerien in den vergangenen drei Jahren unisono formuliert.

In diesen drei Jahren wurde der „Neustart“ in der Endlagersuche vorbereitet. Im Rahmen einer so breit nie zuvor besetzten Kommission. Allein drei verschiedene Online-Beteiligungsplattformen brachte diese Kommission an den Start. Noch vor dem Ende ihrer Arbeit im vergangenen Sommer mahnte sie, dass die dort zunächst nur zart erblühende Debattenkultur unbedingt eine nahtlose Forstsetzung finden müsse.

Eigens aus diesem Grunde wurde das „Nationale Begleitgremium“, eigentlich erst mit dem Neustart der Endlagersuche geplant, vorgezogen und noch im letzten Jahr eingesetzt. Es sollte, so der Wille der Kommission, deren Onlineplattform übernehmen und nahtlos weiterführen.

Geschehen ist: Nichts …

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Atommüll-Endlager: Die heißesten Standort-Kandidaten

 

Die „neue“ Endlagersuche hat begonnen. Die Institutionen haben Ihre Arbeit aufgenommen,  auch das Nationale Begleitgremium (NBG) arbeitet. Letzteres soll die Transparenz und Partizipation im Verfahren sicherstellen. Aktuell ist von beidem noch wenig zu sehen. Das NBG ist erst einmal damit beschäftigt, seine Abteilung „Öffentlichkeitsarbeit“ zusammenzustellen, wie Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings und NBG-Mitglied, betont.

Während es also mit der Beteiligung also eher gemächlich vorangeht, ist  bekannt, dass hinter den Kulissen schon unter Hochdruck an der Zusammenstellung der Auswahlregionen gearbeitet wird.

Offiziell beginnt die Suche mit einer „weißen Landkarte“, das war Konsens in der Endlagerkommission, die das Verfahren neu aufgestellt hat. Klar ist jedoch auch, dass 90% der Bundesrepublik aus geologischen Gründen rasch aus dem Verfahren ausscheiden werden, weil dort schlicht nicht das Wirtsgestein vorkommt, dass für ein tiefengeologisches Endlager benötigt wird.

Was bleibt also übrig? Welche Regionen könnte es treffen?

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat bereits vor Jahren potentielle Regionen lokalisiert, wie die obige Karte zeigt.

Da geologische Formationen sich nicht in wenigen jähren grundlegend ändern und Deutschland geologisch nahezu flächendeckend erfasst ist, gibt uns diese Karte genügend Hinweise. Insbesondere Niedersachsen, aber auch Baden-Württemberg und im Osten Teile von Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind heiße Anwärter auf den Status „Auswahlregion“ und damit eingehender Erkundungsvorhaben.

Da bundesweit wohl noch einige Zeit bis zu umfassenden Partizipationsmöglichkeiten vergehen wird, kann man den betroffenen Bundesländern nur empfehlen, schon jetzt Beteiligungsprozesse anzustoßen, um frühzeitig eine partizipative Verfahrensbegleitung zu realisieren.

Denn die Erfahrung zeigt: Je später Beteiligung angeboten wird, desto verhärteter sind die Fronten …

Immer weniger Atomstrom im europäischen Netz | Quelle: glasseyes view

Atomenergieanteil sinkt europaweit

Die Strommenge, die in Atomkraftwerken der EU produziert worden ist, war 2016 auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Grund dafür sind nicht etwa politischen Entscheidungen, sondern Produktionsausfälle aufgrund technischer Probleme – das berichtet aktuell die TAZ.

Vor allem Frankreich hatte mit vielen Ausfällen zu kämpfen. Im Vergleich zum Vorjahr wurde acht Prozent weniger Strom produziert. Dieser Trend setzt sich auch 2017 fort. In den ersten zwei Monaten sank die Produktion um sechs Prozent.

Auch in der Schweiz trugen wegen Stillständen deutlich weniger Atommeiler zur Stromproduktion bei. Nur Belgien hat trotz Sicherheitsbedenken wieder vermehrt auf Atomenergie gesetzt.

Europaweit hat Atomenergie einen Anteil von 26 Prozent am Strommix – weniger als die Erneuerbaren Energien (30 Prozent)

AKW Brokdorf bleibt abgeschaltet

Robert Habeck,  Umweltminister von Schleswig-Holstein.

Das AKW Brokdorf sollte eigentlich im März wieder angefahren werden, wegen Oxidationsschäden an den zuletzt genutzten Brennstäben hat die Atomaufsichtsbehörde den Reaktor jedoch erst einmal wieder still gelegt.

Der Betreiber des Atomkraftwerkes wollte den Reaktor mit einem Kern neuer Brennelemente wieder anfahren, jedoch muss dieser erst einmal überprüft werden.

Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) sagte jetzt: „Das kann bis zu drei Monate dauern, muss aber nicht. Wir lassen uns jedenfalls nicht unter Zeitdruck setzen.“

Kühltürme des Werks Tomsk

Heute vor 24 Jahren: Störfall im AKW Tomsk

Am 6. April 1993 wurde in der Wiederaufarbeitungsanlage der kerntechnischen Anlage Tomsk (Russland) durch eine Explosion v.a. kurzlebige radioaktive Stoffe freigesetzt. Der Vorfall passierte während Reinigungsarbeiten mit Salpetersäure in einem Reaktionsgefäß. Anschließend wurden 120 Quadratkilometer im Gebiet Sewersk verseucht. Das Ereignis wurde auf der INES-Skala zwischen 2-4 eingeordnet.

Bild: Kühltürme des Werks Tomsk, Quelle: Wikimedia

Das Vattenfall AKW Krümmel. Quelle: Wikimedia CC BY-SA

4,7 Milliarden Euro Steuergelder für Vattenfall?

Es ist bekannt, dass Vattenfall die Bundesrepublik Deutschland auf 4.700.000.000 Euro Schadensersatz wegen des Atomausstiegs verklagt hat. Brisant dabei ist jedoch, dass über die Klage nicht etwa ein deutsches Gericht entscheidet, sondern ein privates Schiedsgericht aus drei Anwälten in Washington.

Möglich ist dies nur, weil Deutschland den Vertrag über die Energiecharta (Energy Charter Treaty, ECT) von 1994 unterzeichnet hat. Die Vertragsstaaten ahben sich darin u.a. verpflichtet, „stabile, gerechte, günstige und transparente Bedingungen für Investoren zu fördern und zu schaffen“. Der ECT garantiert Sonderrechte für international agierende Konzerne, und ermöglicht ihnen so, gegen den Atomausstieg oder Klimaschutzmaßnahmen vorzugehen.

Derzeit haben 52 europäische und asiatische Länder sowie die EU selbst den ECT unterzeichnet bzw. sind ihm beigetreten. Der ECT deckt alle wirtschaftlichen Aspekte der Energiebranche, einschließlich Handel, Transit, Investitionen und Energieeffizienz, ab.

Italien allerdings hat den Vertrag 2015 gekündigt. Das könnte und sollte Deutschland auch erwägen, denn es könnte zum teuersten Vertrag in der bundesdeutschen Geschichte werden …