Post an die Endlagerkommission

Und wer den Kommissionsmitgliedern etwas zu sagen hat, hier sind die Kontaktdaten der Geschäftsstelle – sie wird den jeweiligen Kommissionsmitgliedern alle Einsendungen zur Kenntnis geben:

Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe 
Deutscher Bundestag 
Platz der Republik 1 
11011 Berlin 
Telefon: +49 (0)30 227-32978 
Fax: +49 (0)30 227-36276 
E-Mail: kommission.endlagerung@bundestag.de

AKW Grohnde weiter eine Gefahr?

Der Betreiber Eon darf das Atomkraftwerk Grohnde beim niedersächsischen Hameln vorerst nicht wieder hochfahren. Die Anti-Atom-Initiative Ostwestfalen-Lippe bemängelte Reparaturen, denn Eon ließ einen Riss an einer Armatur nur schweißen, statt den defekten Teil auszutauschen. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft derzeit, ob die Reparaturarbeiten ausreichend sind.

Auch Australien sucht Atommüllendlager

Die australische Regierung hat ihre Pläne für den Bau eines Atommülllagers auf dem Land der Aborigines im Bundesstaat Northern Territory fallen lassen. Anfang 2007 hat sich die Regierung mit dem Ngapa-Clan auf die Lagerung von leicht- und mittelradioaktiven Abfällen geeinigt. Vier andere Clans erhoben jedoch auch Anspruch auf das Land und kritisierten, dass sich die Lagerstelle zu nahe an einer heiligen Stätte befinde.

Die Politik ist Schuld – sagen die Konzerne

Der Chef des Energiekonzerns RWE Peter Terium gibt der Politik eine Mitverantwortung bei den Entsorgungskosten für die Atomenergie. Er sagte, es sei nicht nur allein ihre Verantwortung. Zudem behauptete er, dass die Energiebranche von der Politik in die Atomenergie getrieben worden sei.

Eine Milliarde Euro Gewinn – pro Quartal! Und dazu musste die Politik die Wirtschaft zwingen? Wie schräg ist das denn?

Link zum Artikel in der WELT

AKW Gefährdungsatlas

AKW-Gefährdungsatlas klärt auf

Wie weit ist das nächste AKW von Ihrem Wohnort entfernt? Und was bedeutet das für die Gefahrenlage? Leben Sie gar im Einzugsbereich gleich mehrerer Atommeiler? Das sehen Sie auf dem ersten Blick im AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung.

Eine Arbeitsgruppe der Umweltstiftung ermittelte in über einjähriger mühevoller Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen. Berücksichtigt wurde dabei die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von jeweils 150km. Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungszahlen zwischen 9,4 Millionen (Isar) und bis zu 16,2 Millionen (Emsland). Besonders gefährdet sind die Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von bis zu 6 AKWs leben müssen.

Den aktuellen AKW Gefährdungsatlas gibt es zum kostenlosen Download hier: LINK

Atomausstieg und Arbeitsplätze

In der Tat, nicht jeder Kernphysiker mag in Zukunft Windräder bauen, aber 2013 haben etwa 6,5 Millionen Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien gearbeitet. Das zeigt eine neue Studie der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien IRENA. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 800.000 Menschen.

Die Energiewende ist nicht nur gut für die Umwelt, sie schafft auch Arbeitsplätze. Und angesichts der Tatsache, dass unser Atommüll 1.000.000.000 Jahre strahlt, gibt es auch noch lange Jobs für Kernphysiker …

Wer da so alles mitmischt …

In der neu berufenen Endlagerkommission sollen alle – oder doch zumindest die wichtigsten – gesellschaftlichen Gruppen vertreten sein. Dass führt natürlich auch zu Vertretern, die einem Umweltaktivisten nicht unbedingt gefallen.

So wie Ralf Güldner, E.ON Spitzenmanager und Präsident des Deutschen Atomforums, DER Lobbyorganisation der Atomwirtschaft.
Mit welchen Methoden diese Organisation arbeitet, hat die taz bereits 2011 enthüllt, damals ging es um die massive Beeinflussung der Bundestagswahl.

Hier der Link zum Beitrag der taz – und auch zu den Geheimpapieren des Atomforums. 

Warum ich mich mit Herrn Güldner an einen Tisch setze? Nicht, weil es Spaß macht, aber weil wir eine Lösung für das Problem Atommüll nur dann hinbekommen, wenn wir das Feld nicht den Verursachern allein überlassen.

Die Mitglieder der Endlagerkommission

Und hier die Mitglieder der neu berufenen Endlagerkommission. Mit den einzelnen Akteuren, ihren Hintergründen und ihren Positionen werde ich mich in den kommenden Wochen auseinandersetzen.

Vorsitz (im Wechsel je Sitzung): Ursula Heinen-Esser
Michael Müller

Vertreter der Wissenschaft: Dr. Detlef Appel
Hartmut Gaßner
Prof. Dr. Armin Grunwald
Dr. Ulrich Kleemann
Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla
Michael Sailer
Hubert Steinkemper
Prof. Dr. Bruno Thomauske

Vertreter gesellschaftlicher Gruppen: Klaus Brunsmeier
Edeltraud Glänzer
Dr. Ralf Güldner
Prof. Dr. Gerd Jäger
Ralf Meister
Prof. Dr. Georg Milbradt
Erhard Ott
Jörg Sommer

Mitglieder des Deutschen Bundestages:
Ordentliche Kommissionsmitglieder Stellvertretende Kommissionsmitglieder
Andreas Jung Philipp Graf Lerchenfeld
Steffen Kanitz Maria Michalk
Florian Oßner Dietrich Monstadt
Eckhard Pols Ulrich Petzold
Dr. Matthias Miersch Hiltrud Lotze
Ute Vogt Carsten Träger
Hubertus Zdebel Ralph Lenkert
Sylvia Kotting-Uhl Dr. Julia Verlinden
Mitglieder der Landesregierungen:
Ordentliche Kommissionsmitglieder Stellvertretende Kommissionsmitglieder
Minister Franz Untersteller Senator Michael Müller
Staatsminiser Dr. Marcel Huber Ministerin Anita Tack
Minister Christian Pegel Senator Dr. Joachim Lohse
Minister Stefan Wenzel Staatsministerin Priska Hinz
Minister Garrelt Duin Senatorin Jutta Blankau
Ministerpräsident Stanislaw Tillich Staatsministerin Eveline Lemke
Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff Minister Reinhold Jost
Minister Dr. Robert Habeck Minister Jürgen Reinholz

1. Sitzung der Endlagerkommission in voller Länge

Deutschland braucht ein Endlager für seinen hoch radioaktiven Atommüll – darüber besteht Einigkeit. keine Einigkeit besteht darüber, wo dieses Endlager entstehen soll und wie wir diese Frage in einem breiten gesellschaftlichen Konsens beantworten. Um diesen breiten gesellschaftlichen Konsens über ein geeignetes Endlager zu finden, hat der Bundestag am 28. Juni 2013 eine Kommission zur Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe gemäß Paragraf 3 des Standortauswahlgesetzes eingesetzt, die gestern (22. Mai 2014) ihre Arbeit aufgenommen hat.

Ich selbst arbeite in der Kommission als einer der beiden Vertreter aus der Umweltbewegung mit, zusammen mit Klaus Brunsmeier vom BUND. Wir haben beide von Anfang an darauf insistiert, dass alle Sitzungen öffentlich und auch in voller Länge im Internet zu sehen sind. Wenn irgend möglich sogar im Livestream. Bei dieser ersten Sitzung klappte das noch nicht live, aber immerhin kann man die gesamte Sitzung umgeschnitten jetzt im Internet nachvollziehen: HIER