Neues Leck in Fukushima

Der Betreiber der havarierten AKW Fukushima 1 im Nordosten Japans, TEPCO, meldet ein neues Leck radioaktiven Wassers am fünften Energieblock der Station, heißt es in einer soeben veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns.Das Leck wurde im Bereich des hydrotechnischen Abschlusses des Rohrs entdeckt, über das die Kühlungsflüssigkeit zur Abschlämmung geliefert wird. Über den genauen Umfang der Umweltbelastung machte TEPCO keine Angaben.

Gabriel will transparentere Stromrechnung

Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel (SPD) plant die Strom- und Gasrechnung für die Verbraucher transparenter zu gestalten. So sollen künftig alle „staatlich veranlassten Kostenbelastungen“ wie Umsatzsteuer und EEG-Umlage aufgeführt werden.

Ein gute Idee. Noch besser wäre, ein paar weitere Daten mit zu erwähnen, zum Beispiel die Gewinnspanne der Energiekonzerne oder auch die gesellschaftlichen Kosten, die die Atomenergie verursacht hat und noch eine Milliarde Jahre verursachen wird – denn so lange strahlt der Atommüll, den wir heute immer noch produzieren.

Der Gorleben-„Reflex“

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Urgestein in der Bewegung gegen das Atommüllendlager in Gorleben, hat sich einmal etwas tiefgründiger mit der aktuellen Situation in der Gorleben-Debatte und deren (Nicht)-Reflexion in den Medien beschäftigt.

Der Beitrag in voller Länge

Der Artikel ist lesenswert und endet mit dem Fazit: „Wir übersehen nicht, dass im StandAG die Offenhaltung Gorlebens festgeschrieben ist, und drängen deshalb auf eine schnelle Evaluation des Gesetzes, damit Gorleben wirklich zur “grünen Wiese” werden kann.“

Sehe ich genau so – und dränge deshalb in der Endlagerkommission auf einen zügigen Beginn der Evaluierung – was dort bislang noch nicht jedem gefällt …

Die Sache mit der Transparenz

Transparenz war ein wichtiges Thema in der Endlagerkommission. Dass Vertrauen für einen breiten gesellschaftlichen Konsens bei der Suche nach einem Endlager nötig ist, habe ich dort mehrfach betont – auch, dass nur Transparenz Vertrauen schafft. Doch die Übertragung der Sitzungen im Internet ist eine Sache, das hier ist eine ganz andere:

Zwischen Anfang 2012 und Ende Mai 2014 hat es in der deutschen Bundesrepublik 988 Atomtransporte gegeben, von denen die Öffentlichkeit nicht informiert war. In der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag heißt es: „Die jeweiligen Sicherungskategorien sowie die Routen können nicht veröffentlicht werden, da diese Angaben als Verschlusssache eingestuft sind.“

Liebe Verantwortliche in Bund, Ländern und Industrie: Transparenz sieht anders aus.

Das Standortauswahlgesetz

Das „Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle“, kurz „Standortauswahlgesetz“, ganz kurz „StandAG“ ist Grundlage der Endlagerkommission und alles andere als perfekt.

Aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. An diesem Gesetz werde ich mich in den kommenden Wochen noch intensiv abarbeiten, zunächst hier aber erst einmal der vollständige Gesetzes-Text:

Standortauswahlgesetz bei juris

Atommüll aus Deutschland bald in den USA?

288.161 tennisballgroße Atommüllkugeln, die derzeit noch im Forschungsreaktor Jülich bei Aachen lagern, sollen möglicherweise zur Endlagerung in die USA gebracht werden. Weil das Lager in Jülich als nicht Erdbebensicher gilt, plant das Bundesforschungsministerium den Müll nun per Schiff an seinen Herkunftstort zurückzubringen. Das ist eine Sauerei – und womöglich sogar ein Rechtsbruch.

Post an die Endlagerkommission

Und wer den Kommissionsmitgliedern etwas zu sagen hat, hier sind die Kontaktdaten der Geschäftsstelle – sie wird den jeweiligen Kommissionsmitgliedern alle Einsendungen zur Kenntnis geben:

Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe 
Deutscher Bundestag 
Platz der Republik 1 
11011 Berlin 
Telefon: +49 (0)30 227-32978 
Fax: +49 (0)30 227-36276 
E-Mail: kommission.endlagerung@bundestag.de

AKW Grohnde weiter eine Gefahr?

Der Betreiber Eon darf das Atomkraftwerk Grohnde beim niedersächsischen Hameln vorerst nicht wieder hochfahren. Die Anti-Atom-Initiative Ostwestfalen-Lippe bemängelte Reparaturen, denn Eon ließ einen Riss an einer Armatur nur schweißen, statt den defekten Teil auszutauschen. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft derzeit, ob die Reparaturarbeiten ausreichend sind.

Auch Australien sucht Atommüllendlager

Die australische Regierung hat ihre Pläne für den Bau eines Atommülllagers auf dem Land der Aborigines im Bundesstaat Northern Territory fallen lassen. Anfang 2007 hat sich die Regierung mit dem Ngapa-Clan auf die Lagerung von leicht- und mittelradioaktiven Abfällen geeinigt. Vier andere Clans erhoben jedoch auch Anspruch auf das Land und kritisierten, dass sich die Lagerstelle zu nahe an einer heiligen Stätte befinde.