Bild: Stollen im zukünftigen Endlager (c) kallerna / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Weltweit erstes Atommüll-Endlager bekommt Lizenz

Die finnische Regierung hat am 12. November 2015 die Lizenz für das weltweit erste Endlager von hochradioaktivem Müll erteilt.

Unweit des Atomkraftwerks auf der finnischen Halbinsel Olkiluoto sollen in einem 450 Meter tief reichenden Tunnelsystem bis zu 6.500 Tonnen der stark strahlenden Abfälle eingelagert werden. Die Firma Posiva will die verbrauchten Brennelemente in kupferummantelte Container verpacken und mit diesen das Lager befüllen. Dann sollen die Tunnel mit Bentonit versiegelt werden, einem Mineral, das bei Wasserkontakt aufquillt und häufig für Abdichtungen genutzt wird. So soll der Atommüll für die folgenden 100.000 Jahre sicher sein. Soll. Weiterlesen Weltweit erstes Atommüll-Endlager bekommt Lizenz

Bild: Ausschnitt des Flyers zum Atommüllrechtsymposiums (c) Atommüllreport

Symposium Atommüllrecht am 23. Oktober 2015

Nicht nur die Frage wo und wie der radioaktive Müll gelagert wird, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen spielen im Umgang mit den Überresten aus der Atomenergie-Produktion eine Rolle.

Am 23. Oktober 2015 werden Experten die aktuellen Entwicklungen im Bezug auf den Umgang mit radioaktiven Abfällen besprechen. In einer Vielzahl von Vorträgen, gefolgt von hoffentlich spannenden Diskussionen, soll sich u.a. die Frage der rechtlichen Gestaltung einer möglichst sicheren Lagerung des radioaktiven Mülls angenommen werden. Veranstalter ist der Trägerkreis Atommüllreport. Mitglieder sind neben der Deutschen Umweltstiftung der BUND, die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD, Robin Wood, die Gesellschaft für Strahlenschutz, Strahlentelex, die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) sowie die Bürgerinitiative Umweltschutz Löchow-Dannenberg.

Das von diesem Trägerkreis betriebene Fachportal „www.atommüllreport.de“ setzt die Arbeit der 2013 entstandenen „Bestandsaufnahme Atommüll“ online fort. Kontinuierlich werden hier Daten zu den bestehenden AKWs in Deutschland und den dortigen produzierten und lagernden Atommüll.

Hier geht’s zur Anmeldung.

So sollte es in Zukunft nicht aussehen...

Neues Nationales Entsorgungsprogramm …

… läutet eine Revision bei der Suche nach einem Endlager ein.

Am vergangenen Mittwoch verkündete Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Wir stellen uns der Verantwortung, dass das bisher ungelöste Problem der Atommüllentsorgung ernsthaft angegangen werden muss und nicht auf zukünftige Generationen abgewälzt werden darf“.

Der korrespondierende Schritt der Regierung war die Vorstellung einer Gesamtstrategie zur Atommülllagerung: das Nationale Entsorgungsprogramm. Das Konzept zur Lagerung bzw. Entsorgung unseres strahlenden Mülls wurde auf Verlangen der EU-Kommission verfasst. Damit legte die Bundesregierung nun endlich einen Gesamtplan für den zukünftigen Umgang mit unserem atomaren Müll auf Grundlage von EU-Vorschriften vor.  Natürlich, wie so oft in der Politik, steht auch dieses Programm unter Vorbehalt.

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AKW Biblis

Atommüll soll auf deutsche AKWs verteilt werden

Ab 2017 sollen Castoren mit mittel- und hochradioaktivem Atommüll aus Frankeich und England quer über die Bundesrepublik auf Zwischenlager in vier deutschen AKWs verteilt werden. Umweltministerin Hendricks sieht in ihrem Konzept eine „ausgewogene und faire Verteilung“ vor. Die Behälter sollen nach Phillipsburg, Brokdorf, Isar und Biblis transportiert werden. Doch gerade in Hessen sträubt man sich gegen die Zwischenlagerung im stillgelegten AKW Biblis.

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