Bild: Kernkraftwerk Brunsbüttel – Landseite (c) Steffen Papenbroock, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 15 Jahren: Wasserstoffexplosion im Reaktor Brunsbüttel

Am 14. Dezember 2001 ereignete sich der wohl schwerste Störfall in einem deutschen Kernkraftwerk (INES Stufe 1).

Im Kernkraftwerk Brunsbüttel (KKB) kam es zu einer Kühlmittelfreisetzung innerhalb des Sicherheitsbehälters (SHB). Die Freisetzung fand aufgrund einer vorangegangen Knallgasexplosion statt, die wenige Meter vom Reaktordruckbehälter (RDB) entfernt eine Rohrleitung platzen lies. Durch ein unbeschädigtes Absperrventil konnte das Leck nach vier Minuten abgedichtet werden. Gravierend war nicht die Explosion, sondern dass diese in der Nähe des RDBs stattfand. Weiterlesen Heute vor 15 Jahren: Wasserstoffexplosion im Reaktor Brunsbüttel

Bild: Kernkraftwerk Brunsbüttel – Landseite (c) Steffen Papenbroock, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 14 Jahren: Wasserstoffexplosion im Reaktor Brunsbüttel

Am 14. Dezember 2001 ereignete sich der wohl schwerste Störfall in einem deutschen Kernkraftwerk (INES Stufe 1).

Im Kernkraftwerk Brunsbüttel (KKB) kam es zu einer Kühlmittelfreisetzung innerhalb des Sicherheitsbehälters (SHB). Die Freisetzung fand aufgrund einer vorangegangen Knallgasexplosion statt, die wenige Meter vom Reaktordruckbehälter (RDB) entfernt eine Rohrleitung platzen lies. Durch ein unbeschädigtes Absperrventil konnte das Leck nach vier Minuten abgedichtet werden. Gravierend war nicht die Explosion, sondern dass diese in der Nähe des RDBs stattfand.

Die Betreiber des KKB unterließen die Meldung des Vorfalls an die Atomaufsichtsbehörde.

Erst Wochen nach dem Störfall veranlasste das Ministerium Schleswig-Holsteins eine Stellungnahme, da es Auffälligkeiten bei der Analyse der Daten des AKWs festgestellt hatte (die Daten der Überwachungsgeräte werden direkt an das zuständige Ministerium in Kiel übermittelt und dort mitgeschrieben).

Die Betreiber konnten die aufgezeichneten Daten nicht plausibel erklären, sodass das Ministerium eine Untersuchung des Reaktors forderte. Am 21. Februar 2002 wurde das KKB deshalb für die Inspektion abgeschaltet. Im Bericht des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUB) wird der Befund wie folgt beschrieben:

„Die Befundaufnahme ergab einen größeren Schaden, ein ca. 2,7 m langes Rohrstück der Deckelsprühleitung fehlte. Ursache für den Rohrleitungsabriss war eine Radiolysegasreaktion.
Die betroffene RDB-Deckelsprühleitung ist ein Teilsystem des Reaktorwasserreinigungssystems und hat die betriebliche Aufgabe, beim Abfahren der Anlage die Abkühlzeit zu verkürzen. Im vorliegenden Fall hatte die innerhalb des SHB abgesperrte Schadensstelle keine radiologischen Auswirkungen, eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen nach außen war mit dem Ereignis nicht verbunden.“ (BMUB)

Die Konsequenzen der Untersuchung waren laut BMUB:

„Neben dem Wegfall dieser Rohrleitung und der Beseitigung von Schwachstellen bei der Radiolysegasbeherrschung wurden umfangreiche Maßnahmen auf personellem und organisatorischem Gebiet, die der Beseitigung von Defiziten im Sicherheitsmanagement dienen, umgesetzt.“ (BMUB)

Am 25.03.2003, knapp ein Jahr nach der Abschaltung, wurde das AKW wieder in Betrieb genommen und im Juli 2007 endgültig heruntergefahren.

Quelle: Adamek, Sascha: Die Atomlüge. Getäuscht, Vertuscht, Verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München: Wilhelm Heyne Verlag 2011.