Heute vor 60 Jahren: Brand in der Plutoniumfabrik Windscale

Ein Brand in einem der beiden Reaktoren des Windscale Kraftwerks in Großbritannien, die zur Plutoniumherstellung für Atomwaffen dienen sorgt dafür, dass Radioaktivität ungehindert in die Umgebung austreten kann. Durch die riskante Löschung des Reaktors mit Wasser gelangen große Mengen radioaktiver Gase in die Atmosphäre, darunter Iod, Krypton und Xenon. Zum Schutz der Bevölkerung wird in den Tagen nach dem Brand, in einem Gebiet von 500 qm um den Reaktor, die gesamte produzierte Milch ins Meer entsorgt. Aufgrund des Brandes und einiger vorangegangener Störfälle wird der Nuklearkomplex in „Sellafield“ umbenannt.
Zur Abschaltung kommt es 1981. Der Vorfall wird auf der INES-Skala mit 5 bewertet.

Heute vor 18 Jahren: Atomunfall in der Wiederaufbereitungsanlage von Tokai-mura

Am 30. September 1999 wurden bei einem Unfall in der japanischen Wiederaufbereitungsanlage Tokai-mura 667 Menschen verstrahlt, zwei von ihnen starben innerhalb kürzester Zeit an den Folgen der radioaktiven Belastung.

In der Anlage wurde Mischoxid-Brennstoff für den Brüter in Joyo (Japan) hergestellt. An diesem Tag füllten die Arbeiter jedoch anstatt der erlaubten 2,4 Kilogramm die siebenfache Menge an Uran in den Präzipitationsbehälter. Weiterlesen Heute vor 18 Jahren: Atomunfall in der Wiederaufbereitungsanlage von Tokai-mura

Bild: Kontaminierte Osturalspur (c) Jan Rieke / commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 60 Jahren: Katastrophe bei Kyschtym

Am 29. September 1957 ereignete sich der drittschwerste AKW-Unfall der Geschichte – nach Tschernobyl und Fukushima – in Kajak. Er wurde mit INES 6 eingestuft.

Die kerntechnische Anlage Kajak liegt im Südural, 15 Kilometer östlich der Kleinstadt Kyschtym. Sie war als erste sowjetische Produktionsstätte für spaltbares Material eine der wichtigsten Anlagen der ehemaligen Sowjetunion. Das Gelände der Anlage umfasste knapp 90 Quadratkilometer. Weiterlesen Heute vor 60 Jahren: Katastrophe bei Kyschtym

AKW Philippsburg

Heute vor 8 Jahren: Störfall im AKW Philippsburg

Am 12. Mai 2009 wurde der Sicherheitsbehälter im Reaktorgebäude des AKWs Philippsburg regelwidrig offen gelassen. Diese Armaturen sind so genannte „Gebäudeabschlussarmaturen“ von höchster Sicherheitskategorie. Im Störfall sollen sie dafür sorgen, dass der Austritt von Radioaktivität aus dem Behälter vermindert wird. Da die Armaturen an diesem Tag freigeschaltet wurden, war das Schließen jedoch nicht möglich und die Dichtheit nicht mehr gewährleistet.

Der Fehler wurde erst nach zwölf Stunden bemerkt und hätte gemeldet werden müssen, denn bei einem Störfall wäre die Situation unter Umständen außer Kontrolle geraten.

Quelle: Adamek, Sascha: Die Atomlüge. Getäuscht, Vertuscht, Verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München: Wilhelm Heyne Verlag 2011.

Bild: AKW Philippsburg (c) wikimedia, Lothar Neumann

Heute vor 31 Jahren: Störfall im Kernkraftwerk THTR-300

Am 4. Mai 1986 ist bei einem Störfall im Kernkraftwerk THTR-300 nahe der Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen eine Menge an Edelgasen und radioaktiven Aerosolen freigesetzt worden. Nachdem zum gleichen Zeitpunkt die Katastrophe von Tschernobyl war, herrschte in der Umgebung erhöhte Radioaktivität. Dieser Anstieg wurde anfangs nicht in Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk gebracht, da auch die Betreiber in einem Eilbrief die Unstimmigkeiten abstritten. Weiterlesen Heute vor 31 Jahren: Störfall im Kernkraftwerk THTR-300

Bild: Kraftwerkspanorama (c) Michael Kauffmann / commons.wikimedia.org, CC BY 2.0 DE

Heute vor 7 Jahren: Störfall im AKW Philippsburg 2

Am 19. Januar 2010 gab es einen Störfall im AKW Philippsburg 2, der meldepflichtig gewesen wäre und erst durch anonyme Schreiben bekannt wurde.

Bei einer Freischaltung wurden Amaturen von der Stromzufuhr getrennt und die Notfallkühlung des Atomreaktores durch Wärmeeinleitung in den Rhein war nicht mehr möglich. In Folge dessen war nur noch für eine Stunde eine nicht auslegungsgemäße Notkühlung über das Speichervolumen des Notspeisebecken vorhanden. „Bei Anforderung hätte sie sich aufgeheizt und wäre nach kurzer Zeit komplett ausgefallen.“
Die Auslegung des AKWs besagt, dass die Notfallkühlung automatisch ohne Handgriff stattfinden muss. Das war zu diesem Zeitpunkt drei Tage lang nicht möglich.

Quelle: Adamek, Sascha: Die Atomlüge. Getäuscht, Vertuscht, Verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München: Wilhelm Heyne Verlag 2011.

Bild: Kernkraftwerk Brunsbüttel – Landseite (c) Steffen Papenbroock, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Heute vor 15 Jahren: Wasserstoffexplosion im Reaktor Brunsbüttel

Am 14. Dezember 2001 ereignete sich der wohl schwerste Störfall in einem deutschen Kernkraftwerk (INES Stufe 1).

Im Kernkraftwerk Brunsbüttel (KKB) kam es zu einer Kühlmittelfreisetzung innerhalb des Sicherheitsbehälters (SHB). Die Freisetzung fand aufgrund einer vorangegangen Knallgasexplosion statt, die wenige Meter vom Reaktordruckbehälter (RDB) entfernt eine Rohrleitung platzen lies. Durch ein unbeschädigtes Absperrventil konnte das Leck nach vier Minuten abgedichtet werden. Gravierend war nicht die Explosion, sondern dass diese in der Nähe des RDBs stattfand. Weiterlesen Heute vor 15 Jahren: Wasserstoffexplosion im Reaktor Brunsbüttel

Heute vor 64 Jahren: Vorfall in Chalk River, der erste große Reaktorunfall

Der erste größere Unfall in einem Kernreaktor ereignet sich in den Chalk River Laboratories in Ontario, Kanada.

Durch menschliches Versagen kommt es im Reaktorkern zu einer partiellen Kernschmelze, welche  wiederum zu einer Knallgasexplosion führt. Durch die Explosion werden mindestens 100 TBq an Spaltprodukten freigesetzt. Um eine Kontamination des nahegelegenen Ottawa Rivers zu verhindern, werden vier Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Wasser in eine sandige Sickergrube gepumpt. Dieser Vorfall wird auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) mit 5 bewertet.

US AEC SL-1 nach dem Unfall

Heute vor 61 Jahren: Kernschmelze in Idaho Falls

In Idaho Falls, in den USA, kommt es am 29. November 1955 im Forschungsreaktor EBR-I zu einer partiellen Kernschmelze.

Durch einen Test, der eine schnellere Leistungssteigerung ermöglichen soll, schmilzt der Reaktorkern aus angereichertem Uran und einem geringen Anteil an Zirconium. Der Vorgang bewirkt, dass dabei das Kühlmittel NaK verdunstet und schmelzender Brennstoff in die Röhren des Kühlsystems gelangt, was wiederum zur Unterschreitung der Kritikalität führt.

Als Folge davon schaltet sich der Reaktor selbst ab. Auf der INES-Skala wird dieser Vorfall mit 4 bewertet.

Heute vor 59 Jahren: Brand in der Plutoniumfabrik Windscale

Ein Brand in einem der beiden Reaktoren des Windscale Kraftwerks in Großbritannien, die zur Plutoniumherstellung für Atomwaffen dienen sorgt dafür, dass Radioaktivität ungehindert in die Umgebung austreten kann. Durch die riskante Löschung des Reaktors mit Wasser gelangen große Mengen radioaktiver Gase in die Atmosphäre, darunter Iod, Krypton und Xenon. Zum Schutz der Bevölkerung wird in den Tagen nach dem Brand, in einem Gebiet von 500 qm um den Reaktor, die gesamte produzierte Milch ins Meer entsorgt. Aufgrund des Brandes und einiger vorangegangener Störfälle wird der Nuklearkomplex in „Sellafield“ umbenannt.
Zur Abschaltung kommt es 1981. Der Vorfall wird auf der INES-Skala mit 5 bewertet.