Heute vor 34 Jahren: Die Katastrophe vor der Katastrophe

Heute vor 34 Jahren gab es den ersten Störfall in Tschernobyl. Untrennbar ist der Begriff „Tschernobyl“ in unseren Köpfen mit der schweren, atomaren Katastrophe, die sich 1986 in dem Kernkraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Prypjat ereignete, verknüpft. Viele erinnern sich noch deutlich an die Schreckensbilder, die Tage, Monate und Jahre nach dem Super-GAU veröffentlicht wurden. Detonierte Gebäude, Arbeiter in dicken Schutzanzügen und am schlimmsten: aufgrund der Strahlung missgebildete Kinder. Was oft nicht bekannt ist: Bereits 1982, also rund vier Jahre vor der eigentlichen Katastrophe, kam es im Kernkraftwerk Tschernobyl zu einem gravierenden Störfall. Menschliches Versagen führte im ersten Reaktorblock zu einer Überhitzung. Dadurch wurden radioaktive Gase freigesetzt. Mehrere Arbeiter, die im Zuge der Reparaturarbeiten am Reaktor beschäftigt waren, wurden hohen Strahlendosen ausgesetzt und auch in Prypjat konnte erhöhte Radioaktivität gemessen werden. Ein besorgniserregender Zwischenfall, der auf der INES-Skala mit 5 bewertet, also als ernster Unfall eingestuft wurde. Im Nachhinein jedoch wirkt der Vorfall wie ein aberwitziger Bote für die eigentliche Katastrophe …

Bild: Tschernobyl Reaktor (c) wikimedia, Carl Montgomery